Museum Religio in Telgte
Zuwachs am Religionstisch

Telgte -

Der „Tisch der Religionen“ im Museum Religio ist um ein Exponat reicher. Das „Bahá’í-Haus der Andacht“, das im Original in Hofheim am Taunus steht und 1964 eröffnet wurde, ist dort nun zu sehen. Die Bahá’í-Religion gilt unter Religionswissenschaftlern als jüngste Weltreligion.

Donnerstag, 14.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 13:06 Uhr
Mona Dujardin (l.) von der Bahá’í-Gemeinde Münster, Dr. Nicola Towfigh, Mitglied am „Runden Tisch der Religionen“ in Deutschland, (2.v.r.) und Anke Bialas (r.), Bahá’í in Telgte, übergaben Dr. Anja Schöne das Modell des „Hauses der Andacht“, das im Original in Hofheim am Taunus steht.
Mona Dujardin (l.) von der Bahá’í-Gemeinde Münster, Dr. Nicola Towfigh, Mitglied am „Runden Tisch der Religionen“ in Deutschland, (2.v.r.) und Anke Bialas (r.), Bahá’í in Telgte, übergaben Dr. Anja Schöne das Modell des „Hauses der Andacht“, das im Original in Hofheim am Taunus steht. Foto: Flockert

Im Museum Religio gibt es seit 2012 den „Tisch der Religionen“, auf dem Exponate und Informationen aus dem Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus ausgestellt sind. Die Dauerausstellung zeigt die Vielfalt religiösen Lebens in der Region auf.

Die Ausstellung wird jetzt durch ein weiteres Exponat ergänzt: das „Bahá’í-Haus der Andacht“ in Hofheim am Taunus – eröffnet 1964. Die Bahá’í-Religion gilt unter vielen Experten als jüngste Weltreligion: Der Glaube wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Iran gestiftet und ist heute mit rund sieben Millionen Anhängern weltweit verbreitet. In Deutschland gibt es seit 1905 eine Bahá’í-Gemeinde, in Münster seit 1970. „Ich freue mich sehr, dass die Bahai-Religion nun auch auf dem Tisch der Religionen mit einem Exponat vertreten ist“, sagte Museumsleiterin Dr. Anja Schöne.

Bei dem am Mittwoch übergebenen Exponat – einer Leihgabe der Bahá’í-Gemeinde Deutschland – handelt es sich um ein Architektenmodell aus Acrylglas aus den frühen 1960-er Jahren, das von Werner Steiner aus Frankfurt am Main angefertigt wurde.

„Bahá’í-Häuser der Andacht“ gibt es in allen Teilen der Welt. Sie sind baulich der jeweiligen Kultur und Landschaft angepasst und von Gärten umgeben. Ihre ringsum angeordneten neun Eingänge unterstreichen, dass sie allen Menschen offen stehen. Die einladenden, würdigen und zugleich schlichten Kuppelbauten dienen der Besinnung und dem Gebet. Die Andachtshäuser sind der Einheit Gottes, der Einheit der Religionen und der Einheit der Menschheit gewidmet“, heißt es in einer Mitteilung.

„Häuser der Andacht“ stehen für folgendes Wort von Bahá’u’lláh, dem Stifter der Bahá’í-Religion: „Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Lasst sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zweitracht, des Hasses und der Feindschaft werden.“

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