Standorte für Kindertagesstätten in Telgte
Ein schwieriges Thema

Telgte -

Intensiv diskutiert wurde im Planungsausschuss und anschließend im Rat über die vorgesehenen Standorte für Kindertagesstätten. Das „Heilungsverfahren“ für die Kita Georg-Muche-Straße wurde ebenso auf den Weg gebracht wie das Verfahren für den Bau einer Kita an der Robert-Schumann-Straße.

Freitag, 15.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.02.2019, 15:41 Uhr
Auf dem Bolzplatz an der Robert-Schumann-Straße soll eine neue Kita entstehen. An der Georg-Muche-Straße (kl. Bild) soll der bereits gesetzte Poller mithelfen, das Verfahren zu „heilen“.
Auf dem Bolzplatz an der Robert-Schumann-Straße soll eine neue Kita entstehen. An der Georg-Muche-Straße (kl. Bild) soll der bereits gesetzte Poller mithelfen, das Verfahren zu „heilen“. Foto: Große Hüttmann

Bezüglich des weiteren Ausbaus von Kindergartenplätzen hat der Rat am Donnerstag – direkt davor tagte der Planungsausschuss – zwei Entscheidungen getroffen. Zum einen haben die Kommunalpolitiker ein „Heilungsverfahren“ für die geplante Kita an der Georg-Muche-Straße auf den Weg gebracht. Zum anderen haben sie das Verfahren für die Errichtung einer Kita an der Robert-Schumann-Straße angestoßen.

Nach den beiden für die Stadt negativen Entscheidungen – sowohl des Verwaltungs- als auch des Oberverwaltungsgerichtes Münster – soll besagtes Heilungsverfahren die Situation an der Georg-Muche-Straße befrieden. Wesentlicher Kernpunkt ist dabei der Poller, der vor wenigen Tagen gesetzt wurde. Entgegen früheren Planungen soll nun die Zufahrt zur Kita nicht mehr von Norden, sondern über das Wirtschaftswegenetz im Süden erfolgen.

Kritik gab es unter anderem bezüglich des Verfahrens an der Robert-Schumann-Straße von der FDP. Karin Horstmann warnte davor, erneut etwas über das Knie zu brechen. Erst am Abend vor der Sitzung von Planungsausschuss und Rat seien wichtige zusätzliche Unterlagen zugestellt worden. Bürgermeister Wolfgang Pieper widersprach dem deutlich und verwies auf die bereits erfolgte Anwohnerversammlung. Dabei hätten die Betroffenen zum frühestmöglichen Zeitpunkt Gelegenheit gehabt, erste Einwände und Bedenken zu äußern. Zudem sollen, sobald eine konkretere Planung vorliegt, eine oder mehrere weitere Versammlungen folgen.

„Auch der neue Standort ist nicht konfliktfrei“, gestand Pieper ein. Vor allem die Erschließung des Geländes sei in den Augen einiger Anlieger der Knackpunkt. Klaus Resnischek (SPD) sprang Pieper an die Seite. Er betonte, dass nicht der Eindruck entstehen dürfe, dass sämtliche Anlieger an der Robert-Schumann-Straße gegen das Projekt seien. Vielmehr habe ihm die Versammlung gezeigt, dass es eine breite Zustimmung gebe – wenn die Verkehrsthemen geklärt seien.

Das soll nach Angaben der Verwaltung in den nächsten Wochen geschehen. Eltern-Parkplätze in der Nähe der Kita oder eine Einbahnstraßenregelungen sind erste mögliche Ideen. Zudem, das wurde in der Ratssitzung deutlich, ist noch nicht entschieden, ob an der Robert-Schumann-Straße wirklich eine Vier-Gruppen-Anlage oder „nur“ drei Gruppen gebaut werden. Möglicherweise werde der Kita-Bau auch zweistöckig, um auf dem Gelände mehr Platz zu haben.

Auch Christoph Boge (CDU) warnte vor einer „Sturzgeburt“ bei den Planungen für eine neue Kita, betonte aber auch gleichzeitig die Verpflichtung der Kommune, für zusätzliche Plätze zu sorgen. Die Dringlichkeit hätten die Eltern und Kinder vor der Sitzung mit ihrer Demo eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Katja Müller (Grüne) war es, die mahnende Worte sprach. „Wir müssen als Politiker nicht nur Entscheidungen treffen, sondern auch zu diesen stehen“, sagte sie. Und an die Adresse der Anwohner gewandt betonte sie, dass es wichtig sei, „eine Kindertagesstätte nicht generell als Horror-Szenario anzusehen“, sondern eine solche Einrichtung könne auch eine Bereicherung für ein Wohngebiet sein.

Der SPD war es in Zusammenhang mit den Planungen an der Robert-Schumann-Straße ein zentrales Anliegen, dass der wegfallende Bolzplatz ersetzt wird. Mit einem Antrag, einen Ersatz innerhalb eines Jahres in der Nähe zu erstellen, fand sie aber keine Mehrheit.  

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