Acht- bis Eins-Betreuung
Große Wogen der Empörung nach Gebührenerhöhung

Telgte/Westbevern -

Etliche Eltern, deren Kinder die Acht- bis Eins-Betreuung an den Grundschulen nutzen, müssen künftig deutlich mehr bezahlen. Teilweise wird das Dreifache fällig. Das empört viele.

Montag, 25.02.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 21:24 Uhr
Die Kinder, wie hier an der Marienschule, genießen die Acht bis Eins-Betreuung. Allerdings sollen, so die Pläne der Verwaltung, die Gebühren deutlich angehoben werden. Statt einer Pauschale werden sie dann einkommensabhängig berechnet.
Die Kinder, wie hier an der Marienschule, genießen die Acht bis Eins-Betreuung. Allerdings sollen, so die Pläne der Verwaltung, die Gebühren deutlich angehoben werden. Statt einer Pauschale werden sie dann einkommensabhängig berechnet. Foto: Große Hüttmann

Als Sa­brina Große Vogelsang das Schreiben sah, fiel sie – bildlich gesprochen – aus allen Wolken. Der Grund dafür: Ab dem neuen Schuljahr sollen die Eltern, die ihre Kinder in der sogenannten Acht bis Eins-Betreuung angemeldet haben, deutlich mehr als bisher bezahlen. Statt derzeit pauschal und einkommensunabhängig 30 Euro im Monat wird nun schnell der zwei- oder dreifache Satz dafür notwendig.

Eltern protestieren gegen drastische Gebührenerhöhung

Die Westbevernerin ist nur eine von vielen Betroffenen, die deshalb sauer sind. Die Wogen der Empörung schlagen hoch. Nach Informationen unserer Zeitung haben sich schon etliche Eltern kurzgeschlossen und zum Teil bereits bei Bürgermeister Wolfgang Pieper per Mail gegen die drastische Gebührenerhöhung protestiert.

Viele Eltern überlegen derzeit angesichts des kräftigen Drehs an der Gebührenschraube, ob sie sich eine Betreuung überhaupt noch leisten sollen und können. „Es macht ein bisschen den Eindruck, dass diese Art der Betreuung dadurch kaputt gemacht werden soll“, kommentierte eine Mutter nach einer Schulpflegschaftsversammlung das Ganze.

Viele Eltern von hohen Preisen abgeschreckt

Kritisiert wird von vielen Eltern auch die Kurzfristigkeit des Ganzen. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich zweifelsfrei sagen, wie viel Betreuung wir im kommenden Schuljahr benötigen“, so Große Vogelsang. Zudem würden viele Eltern von Kindern, die im kommenden Schuljahr zur Grundschule gehen werden, angesichts dieser Preise abgeschreckt.

Auch die CDU-Fraktion hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt, denn eine politische Diskussion der Gebührenanhebung hat bislang nicht stattgefunden. Vielmehr soll diese erst im April im Rat vorgestellt und beschlossen werden. Die Eltern indes haben kaum Bedenkzeit. Bis kommenden Freitag müssen sie zurückmelden, ob sie einen Platz in der Betreuung benötigen.

Zweifel an Datenschutz

Michaela Lockenkötter, eine der betroffenen Eltern, kritisiert noch etwas anderes. Der Anmeldezettel, den die Eltern ausfüllen müssen, soll über die Kinder – ohne klaren Ansprechpartner, der die Unterlagen bekommt– wieder zur Schule zurückgebracht werden. „Angesicht der Diskussionen um den Datenschutz sind etwa die Einkommensangaben sensible Daten, die anders behandelt werden müssten“, sagt die Mutter.

Stadt habe sich entschieden, Gebühren anzupassen

Tanja Schnur, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, betont, dass die Verwaltung zur Umsetzung der Gebührenerhöhung einen Vorlauf benötige. Daher sei zuerst der Elternzettel herausgegeben worden, vor einer Abstimmung in der Politik. „Wir bereiten gerade die entsprechenden Sitzungsunterlagen vor“, sagte sie.

Zudem habe sich die Stadt dazu entschieden, die Gebührensätze für die Acht bis Eins-Betreuung, die seit rund zehn Jahren unverändert seien, den Einkommensstaffelungen aus dem Kita- und OGS-Bereich anzupassen, um durch die Abkehr von einer Pauschale mehr Gerechtigkeit walten zu lassen.

Ein Teil der Erhöhung sei unter anderem durch Steigerungen bei den Personalkosten bedingt. Bislang sei es so, dass bei dieser Art der Betreuung Geld zugeschossen werde.

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