Literarischer Aschermittwoch in Ostbevern
„Rentner in Paradise“

Ostbevern -

Nicht die Großen aus Politik und Kultur, aber dafür spielfreudige Kabarettisten aus der Bevergemeinde trafen sich und begeisterten am vergangenen Aschermittwoch weit über 100 Besucher mit wortgewandten Beiträgen, Sketchen und einer guten Portion Lokalkolorit.

Donnerstag, 07.03.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 13:24 Uhr
Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg.
Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker

Es gibt ihn für Künstler, für die Spitzen der Politik und nicht zuletzt natürlich zu Beginn der Fastenzeit. Doch seit etlichen Jahren wird der Aschermittwoch auch literarisch begangen, nämlich unter dem Dach von „Ostbevern.Kultur“. So trafen sich im Beverhof zwar nicht die Großen aus Politik und Kultur, aber dafür spielfreudige Kabarettisten aus der Gemeinde, die mit wortgewandten Beiträgen, Sketchen und einer guten Portion Lokalkolorit bei den weit über 100 Besuchern für abwechslungsreiche Stunden sorgten.

„Anchorman“ eines jeden „literarischen Aschermittwochs“ ist Frank Düring , der einen anspruchsvolleren Abend als den der „Kollegen in Passau oder Vilshofen“ versprach. Man werde nicht nur das alte Jahr Revue passieren lassen, sondern auch einen Ausblick auf eine nicht allzu ferne Zukunft wagen, so Düring. Eine Zeit, in der der demografische Wandel in allen Bereichen des Lebens zu spüren sei. „Kurz, wir machen heute einen Seniorenabend“, sagte der Redner. Dass es die Übernahme des Friedhofs in kommunale Trägerschaft sogar in die Spätnachrichten von RTL 2 geschafft habe, kommentierte Frank Düring so: „Herzlichen Glückwunsch Ostbevern und ruhe in Frieden.“

Daran knüpften Christa Seeburg und Karin Große Inkrott an. Die Gemeinde als Paradies für Rentner, also „Rentner in Paradise – RIP“, das wäre doch etwas. Mit „St. Annen“ war auch sogleich ein Namens-Patron gefunden.

Literarischer Aschermittwoch in Ostbevern

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  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
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  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker
  • Der „literarische Aschermittwoch“ in der Bevergemeinde war ein großer Erfolg. Foto: Anne Reinker

Eine der Bewohnerinnen des Paradieses könnte die Oma, gerne auch „Ommma“ gerufen, sein. Und die kleidet sich, wie alle Rentner, am liebsten in beige. „Der Friedhof der Farben“, wie Archie Achenbach sagte. „Wer zwingt ältere Menschen auszusehen wie Kamillentee und Erbrochenes“, stellte er in den Raum. „Reicht es denn nicht, dick, faltig, undicht und dement zu werden? Muss man dabei zu allem Überfluss auch noch beknackt aussehen“, fragte Achenbach das begeisterte Publikum.

Den „Rentner-Rap“ tanzte Elke Bokermann , die sich dabei vom Musikverein begleiten ließ. Die Instrumentalisten begleiten traditionell jeden literarischen Aschermittwoch und unterhalten während der Pausen. Die Musik in Radio und TV wünschte sich Bokermann in ihrem Beitrag seniorengerecht. Etwa „DSDGS – Deutschland sucht den grauen Star“ oder „Speisen im Altersheim, ein Platz an der Sonde“. Dabei werde immer gesagt, die Alten sollten viel optimistischer sein. „Optimismus ist, wenn ein 95-Jähriger zur Vorsorgeuntersuchung geht“, meinte Elke Bokermann.

Den Pflegenotstand nahmen Sandra Düring, Karin Große Inkrott, Frank Düring und Christian Kötter auf die Schippe und zeigten mit durchaus schwarzem Humor auf, wie ein „St. Annen“ als unternehmerische Pflegeeinrichtung mit rund 10 000 Betten äußerst effizient arbeiten könne.

Das Dieselfahrverbot habe in Ostbevern keine Auswirkungen, meinte Elke Bokermann, denn: „Es sind schon viele vor Jahren umgestiegen. Vom Diesel auf Rollator.“ Neben den politischen Veränderungen des letzten Jahres gab es mit den lokalen „Fuxx News“ sicherlich ein Highlight: So fühlen sich vor allem ältere Menschen angesichts der Bauruine auf der Hauptstraße wieder jung, erinnert sie doch an ihre glückliche Jugendzeit im zerstörten Nachkriegsdeutschland.

Den furiosen Abschluss übernahmen Willy Ludwig mit freien Worten zum „Alter? Was ist das?“ sowie Matthias Bals mit einem Senioren-Medley. Ein Aschermittwoch, der sicherlich nicht nur die ältere Generation im Publikum begeisterte.

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