Diskussion um „Acht- bis Eins-Betreuung“ in Telgte
Moratorium in der Beitragsfrage

Telgte -

Die Elternbeiträge für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ in Telgte und Westbevern bleiben im kommenden Schuljahr unverändert. Ein kurzfristig von der Verwaltung eingebrachter Vorschlag wurde im Schulausschuss einstimmig abgelehnt. Nun wird im Oktober neu beraten.

Freitag, 15.03.2019, 20:00 Uhr
Die Kinder werden – wie auf diesem Symbolbild – auch im kommenden Schuljahr in der „Acht- bis Eins-Betreuung“ ihre Freude haben. Die Beitragsfrage konnte die Politik nicht klären.
Die Kinder werden – wie auf diesem Symbolbild – auch im kommenden Schuljahr in der „Acht- bis Eins-Betreuung“ ihre Freude haben. Die Beitragsfrage konnte die Politik nicht klären. Foto: Colourbox

Nach über zweistündiger Diskussion, großer Unsicherheit bezüglich des weiteren Vorgehens und sich immer wieder wiederholenden Wortbeiträgen wurde am Donnerstagabend vom Schulausschuss ein Moratorium in der Frage die Anpassung der Elternbeiträge für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ im Primarschulbereich an die heutigen Begebenheiten beschlossen. Die Kostenbeteiligung für die Eltern war zuvor acht Jahre lang nicht angehoben worden und für alle Einkommensgruppen gleich.

Jetzt soll in der nächsten Schulausschusssitzung am 8. Oktober über Höhe und Staffelung der Elternbeiträge entschieden werden. Allerdings wird dies erst zum Schuljahr 2020/21 greifen. 2019/20 bleibt bei den Beiträgen alles beim Alten. Alle, die das Angebot buchen, zahlen weiterhin ungestaffelt 30 Euro. Das mögliche Defizit, das dem Träger entsteht, muss von der Stadt als überplanmäßige Ausgabe finanziert werden.

Beschlossen wurde, die Finanzierung grundsätzlich zu überarbeiten. Außerdem soll ein Konzept vorbereitet werden, welche Qualitätsstandards die „Acht- bis Eins-Betreuung“ künftig erfüllen soll. Bis auf Weiteres sollen die beiden Träger der Angebote, der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf und die Mutter und Kind Hilfe, nach den bisher geltenden Standards weiterarbeiten. Gleiche Regelungen sollen künftig für Telgte und Westbevern gelten.

Gleich zu Beginn der Beratung war deutlich geworden, dass der Ärger bei den Fraktionen über das Vorgehen der Verwaltung in dieser Frage noch immer immens war. Wie berichtet waren die Eltern über die teils erhebliche Steigerung der Beiträge informiert worden, bevor der Ausschuss überhaupt darüber beraten hatte. Da half es auch nicht, dass sich Bürgermeister Wolfgang Pieper erneut für das Vorgehen entschuldigte. „Wir haben verwaltungsseitig die Problemlage falsch eingeschätzt“, so Pieper. „Wir haben nicht den richtigen Weg gewählt.“ Außerdem sprach er von „Kommunikationsproblemen“.

Die Verwaltung hatte für die Sitzung am Donnerstag in Abstimmung mit den Trägern kurzfristig einen Kompromiss mit deutlich moderateren Beitragsanhebungen erarbeitet, der allerdings abgelehnt wurde, auch deshalb, weil das Papier mit den neuen Zahlen den Fraktionen erst am Tag vor der Sitzung zugestellt worden war.

Begründet wurden die Erhöhungen mit in den zurückliegenden acht Jahren deutlich gestiegenen Kosten und völlig neue Rahmenbedingungen. Vertreter der Träger machten deutlich, dass ein Betrieb bei den derzeit geltenden Beiträgen kostendeckend nicht mehr möglich sein. Außerdem müsse der Betreuungsschlüssel angehoben werden, um die Qualitätsstandards erhöhen zu können. Bislang werden 25 Kinder von einer Kraft betreut. Träger und Verwaltung wünschen sich 1,5 Betreuer pro Gruppe. Dies sei auch notwendig, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn beispielsweise eine Betreuungsperson krank sei. „Das ist schon das Minimum. Wenn wir darunter bleiben, dann sollten wir als Träger eigentlich aussteigen“, sagte ein sichtlich genervter Vertreter des Caritasverbandes.

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