Körperliche Auseinandersetzung in Telgte
Angeklagter wird freigesprochen

Telgte -

Ein ehemaliger Telgter musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Warendorf verantworten. Er wurde freigesprochen.

Freitag, 15.03.2019, 17:00 Uhr
Das Gericht sprach den Angeklagten frei.
Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Foto: dpa

Mit einem großen Aufgebot an Beteiligten verhandelte am Donnerstag das Amtsgericht Warendorf die Strafsache wegen gefährlicher Körperverletzung gegen einen 40-jährigen verheirateten Verkäufer aus Dorsten, der vor dreieinhalb Jahren in Telgte wohnte. Neben dem Angeklagten und seinem Verteidiger waren vier Zeugen und drei Dolmetscher – für die Sprachen Türkisch, Kurdisch und Arabisch – zugegen.

Der Anklageschrift zufolge soll der Angeklagte am Nachmittag des 7. Mai 2018 in der Nähe der Brüder-Grimm-Schule in Telgte mit einem Aststück auf mehrere Familienmitglieder ehemaliger Mitbewohner eines Telgter Mietshauses eingeschlagen und sie damit verletzt haben. Vorausgegangen war ein seit drei Jahren im Haus schwelender Dauerstreit zwischen den beiden Familien mit Migrationshintergrund.

Am Tattag wollte sich der Angeklagte bei den Mitbewohnern im Beisein seines zehnjährigen Sohnes darüber beschweren, dass vermutlich sie seine Fahrräder vor dem Haus umgestoßen und dort liegen gelassen hätten. Eine Frau und ihre Tochter sowie ein Sohn mit Elektroschocker seien vor der Tür erschienen. Die Frau habe ein Messer in der Hand gehabt. Es kam zu einer verbalen und tätlichen Auseinandersetzung. Der Beschuldigte wollte sich mit dem Ast­stück wehren, schlug mit diesem auf die Frau und deren Tochter ein, wobei er Angst um seinen Sohn gehabt habe. Er selbst trug mehrere Stichverletzungen davon, weshalb er später drei Tage lang im Krankenhaus behandelt werden musste.

Dieser vom Beschuldigten und weitgehend vom Vermieterehepaar bestätigten Abfolge standen die Zeugenaussagen der beiden Frauen entgegen. Sie hätten keine Waffe benutzt, und der Streit sei ausschließlich vom Angeklagten ausgegangen.

Die Aussagen der beiden Frauen seien nicht glaubwürdig, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Hingegen habe der Angeklagte freimütig und schlüssig den Hergang der Auseinandersetzung geschildert. Ihm wurde das Recht auf Notwehr zugesprochen. Zu dieser Überzeugung kam auch die Richterin. Ihr Urteil entsprach dem Antrag der Verteidigung: Freispruch mit Kostenübernahme durch die Landeskasse.

Dieser Verhandlung wird eine zweite gegen die Zeugin, die mit dem Messer zugestochen haben soll, folgen.

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