Archiv der Stadt Telgte
„Wollte unbedingt Archivarin werden“

Telgte -

Fast 27 Jahre lang war Klaus Schwinger Herr des Telgter Stadtarchivs. Ende März verabschiedet sich der 65-Jährige in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist eine 27-Jährige.

Donnerstag, 21.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 15:08 Uhr
Julia Plötzgen ist seit dem 1. März neue Archivarin der Stadt Telgte. Sie löst Klaus Schwinger ab, der nach knapp 27 Jahren zum Monatsende in den Ruhestand geht.
Julia Plötzgen ist seit dem 1. März neue Archivarin der Stadt Telgte. Sie löst Klaus Schwinger ab, der nach knapp 27 Jahren zum Monatsende in den Ruhestand geht. Foto: Flockert

Julia Plötzgen ist die Begeisterung anzumerken. „Ich wollte unbedingt Archivarin werden“, antwortet die Noch-Wuppertalerin, die noch bis Mai, ehe sie nach Münster zieht, tagtäglich 240 Kilometer zurücklegt, auf die Frage, weshalb sie sich auf die Stelle des Stadtarchivars in der Emsstadt beworben hat. Am 1. März hat die 27-Jährige ihre Stelle im Rathaus angetreten und sprüht nur so vor Elan, die anstehenden Aufgaben anzugehen.

Damit endet aber auch eine Ära, denn nach fast 27 Jahren Archivarbeit in Telgte geht Klaus Schwinger am 31. März in den Ruhestand. Allerdings lässt er die junge Kollegin nicht im Regen stehen. Ein Mal in der Woche wird er – als Minijobber – für vier bis fünf Stunden ins Rathaus kommen und Julia Plötzgen mit Rat und Tat zur Seite, um ihr die Einarbeitung zu erleichtern.

Die Neue hat in Wuppertal Geschichte und Germanistik studiert und 2018 ihren Master gemacht. Vorher hat sie bereits im Historischen Archiv in Köln gearbeitet und dort an der Rettung der nach dem Einsturz des Gebäudes 2009 beschädigten Archivalien mitgewirkt. Zuletzt war Julia Plötzgen im Personenstandsarchiv des Landesarchivs NRW in Duisburg beschäftigt. Dort hatte sie nicht nur Anfragen von Ahnenforschern, sondern beispielsweise auch von Gerichten oder Ordnungsämtern zu bearbeiten. „Da war es aber schwer, eine unbefristete Stelle zu bekommen“, erzählt sie.

Die Stellenausschreibung aus Telgte kam genau recht. „Hier kann ich mal was Neues machen“, freut sie sich auf die neue Herausforderung. Eine 75-Prozent-Stelle mit 30 Stunden hat sie. Bei Klaus Schwinger waren es noch 25 Stunden. Er freut sich nicht nur für seine Kollegin, dass die Stelle aufgestockt wurde. „Das ist auch gut fürs Archiv“, sagt der 65-Jährige.

Berufsbegleitend möchte die neue Archivarin den Master Archivwissenschaft in einem Studiengang in Potsdam erlangen. Noch in diesem Jahr, spätestens 2020 soll es losgehen.

Die Aufgabenstellung für ihr Wirken in Telgte ist klar formuliert: „Ich soll das ganze Archiv modernisieren“, erzählt sie. Eine Archivsoftware soll angeschafft werden. Karteikarten haben künftig ausgedient. In dem Programm sollen alle Bestände verzeichnet werden, um den Benutzern den Zugang zu erleichtern. Gesuchtes kann schneller gefunden werden. Zum Beispiel über eine Schlagwortsuche.

Später soll dann noch eine Digitalisierung erfolgen. Die Bestände werden dann alle eingescannt, in guter Qualität abgelegt und den Nutzern zugänglich gemacht. Diese Neuerung hat auch den Vorteil, dass insbesondere ältere Archivalien nicht so oft herausgeholt und angefasst werden – und so auch nicht beschädigt werden können.

Julia Plötzgen freut sich bereits auf den Kontakt zu den Nutzern. Das war auch eine Sache, die Klaus Schwinger in allen den Jahren so gut gefallen und seinen Job abwechslungsreich und interessant gestaltet hat. 200 bis 300 Anfragen seien pro Jahr zu beantworten gewesen. Darum kümmert sich künftig nun seine Nachfolgerin. Schwinger wird sich den Dingen widmen, für die in den zurückliegenden Jahren zu wenig Zeit geblieben war. „Ich werde bestimmt mehr lesen und mehr kochen“, erklärt er. Auch im Garten sei immer was zu tun. Außerdem möchte er Musik machen. Jahrelang hat der Percussion gespielt. Jetzt schwebt ihm vor, ein neues Instrument zu lernen. Gitarre steht ganz oben auf der Favoritenliste.

► Noch bis Ende April ist das Archiv täglich von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Ab Mai gelten dann neue Zeiten: dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.

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