„Storno“ im Telgter Bürgerhaus
„Wo gehobelt wird, da fällt der Spahn“

Telgte -

„Die Abrechnung“ der drei „Storno“-Darsteller brachte den Besuchern des Bürgerhauses wieder Stunden allerbester Unterhaltung.

Freitag, 29.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 14:30 Uhr
Mitunter packt Jochen Rüther seine Kollegen Harald Funke (l.) und Thomas Philipzen am Schlafittchen – „Storno“ in Höchstform.
Mitunter packt Jochen Rüther seine Kollegen Harald Funke (l.) und Thomas Philipzen am Schlafittchen – „Storno“ in Höchstform. Foto: Andreas Hasenkamp

„Vieles war gar nicht so schlecht“ im Jahre 2018, so hebt „Die Abrechnung“ des Trios „Storno“ an, doch keine Angst: Im Telgter Bürgerhaus ging es trotzdem hart zur Sache – bei gleich zweiten Vorstellung.

Frotzeleien unter Männern über Körperteilgrößen und notorische Neigungen zum Analytischen bereichern die unberechenbaren Dialoge von Thomas Philipzen , Harald Funke und Jochen Rüther. Dann wieder gilt es, zügig mitzudenken – und das immer mit viel Tempo. Und dennoch bleiben die quirligen Köpfe nah am Publikum, bescheiden: „Wo gehobelt wird, da fällt der Spahn“ – „Das war ein Wortspiel, das habe ich gemerkt“.

Nur gelegentlich kommen Requisiten ins Spiel, will man nicht Arme, Beine und entgleisende Gesichtszüge schon mit zu den Requisiten rechnen. Schlicht ein bewunderungswürdiger Kracher sind die musikalischen Einlagen, mit Klavier, Gitarre, Blockflöte und Quetsche: Die verknüpfen meist bekannte Melodien mit ganz eigenen Texten à la „Storno“.

Storno im Bürgerhaus

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  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp
  • Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen ließen die vergangenen zwölf Monaten in ihrem Kult-Kabarettprogramm Revue passieren. Foto: Andreas Hasenkamp

Die Texte glänzen auch mit bodenständiger Fantasie, wenn etwa Funke sein Tagebuch aus der Zukunft vorliest, erstellt von der künstlichen Intelligenz einer Internetplattform.

Dem Unions-Zwist, seltsam bekannt, gewinnen die drei neue Aspekte ab, auch dank eines Voll-Horst aus der Frankenstein-Baureihe. Die Rihanna der SPD springt auf die Bühne, die Rauten-Kanzlerin sowieso. Die AfD ist präsent mit dem Dafür-bin-ich-kein-Experte-Gauland und Stroh-Spendern. Gern und gekonnt benötigt „Storno“ Einsichten in bildhafte Sprüche: „Die Fliege muss den Elefanten ärgern – der Elefant, das sind wir.“

Einfach nur nett sein für Zuschauer, die schließlich bezahlt haben und gern über andere sich erheitern, das ist „Storno“ nicht. Die drei drücken ihnen für die nächste Urlaubsplanung die Frage aufs Auge, ob sie nach dem entschlossenen Nein zum Klimawandel wohl wieder einen Flieger nehmen. „Wir wollen Veränderung, aber uns ändern wollen wir nicht.“ Aber dann mit der Currywurst zum Tierarzt gehen, ob da noch was zu machen sei? Hitze dank Klimawandel verknappt Futter für Kühe, und die treiben dank ihres Methans den Klimawandel an – dazwischen sitzen die Fleischverschlinger.

Ausdauernder Applaus ist nicht nur ein wohlverdienter Lohn für die drei von „Storno“. Er lohnt sich auch für die Dieselfahrer unter den Zuschauern. Wer danach trotz Tränen des Lachens weiter applaudiert, muss mit noch einer vollwertigen Zugabe und einem Lachmuskel-Kater rechnen.

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