„Acht- bis Eins-Betreuung“ an Telgtes Grundschulen
Ein schwammiger Kompromiss

Telgte -

Auf eine Anhebung des Betreuungsschlüssels für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ an Telgtes Grundschulen konnten sich die Ratsmitglieder nicht einigen. Stattdessen stimmten sie für einen eher schwammig formulierten Kompromiss, der alle Türen offen lässt.

Freitag, 05.04.2019, 20:00 Uhr
Für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ an den Telgter Grundschulen soll in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeitet werden. Erst danach wird über die Elternbeiträge entschieden.
Für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ an den Telgter Grundschulen soll in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeitet werden. Erst danach wird über die Elternbeiträge entschieden. Foto: Colourbox

Auf die verbindliche Anhebung des Betreuungsschlüssels für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ an den Telgter Grundschulen konnten sich die Ratsmitglieder am Donnerstagabend nicht verständigen. Pro Gruppe mit 25 Kindern sollte zum nach den Sommerferien beginnenden neuen Schuljahr die Betreuung von einer auf anderthalb Stellen erhöht werden. Grüne und FDP hatten für den Verwaltungsvorschlag gestimmt. CDU und SPD votierten dagegen. Sie wollten vor einer Entscheidung darüber zunächst ein Konzept erarbeitet sehen und eine Elternbefragung zum zeitlichen Umfang und zur inhaltlichen Ausgestaltung durchführen.

Bei einer Gegenstimme aus den Reihen der Grünen wurde ein ein wenig vage formulierter, von Bürgermeister Wolfgang Pieper ins Spiel gebrachter Kompromissvorschlag mit breiter Mehrheit angenommen, den Oliver Niedostadek (FDP) als „butterweich“, „undefiniert und im Nebel“ bezeichnete. Die Träger der Betreuungsangebote werden darin gebeten, „möglichst alle zur Betreuung angemeldeten Kinder in die Betreuungsangebote aufzunehmen und eine angemessene Betreuung sicherzustellen.“ Die dadurch entstehenden Kosten sollen für 2019 überplanmäßig und für 2020 im Haushalt bereitgestellt werden.

Der Passus „möglichst alle Kinder aufzunehmen“ musste eingeflochten werden, weil Tanja Schnur, Leitern des Fachbereichs Schulen berichtet hatte, dass die Träger, die Caritas und die Mutter-und-Kind-Hilfe, bereits mitgeteilt hätten, dass, wenn sie nicht genug Geld erhalten würden, sie die Anzahl der Kinder, die sie aufnehmen könnten, deckeln müssten. An der Don-Bosco-Schule hätten in diesem Fall 16, an der Brüder-Grimm-Schule 19 und an der Chris­topherus-Schule 17 Kinder in die Röhre geschaut.

Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, das Angebot in Westbevern nach der Fertigstellung des Anbaus an der Christopherus-Grundschule an die in Telgte geltenden Zeiten anzupassen. Die Kinder sollen dann auch dort bis zum Ende der sechsten Stunde betreut werden.

Die Entscheidung über die Neufestsetzung der Elternbeiträge soll nun in der Schulausschusssitzung am 8. Oktober fallen. Bis dahin sollen auch das Konzept für die Offene Ganztagsschule und die Bis-Mittag-Betreuung entwickelt werden. Ziele sollen die Sicherstellung der Qualität, die Aufstockung der Betreuerzahl auf anderthalb Stellen pro Gruppe und die Finanzierungssicherheit der Träger sein.

Bis zum Ende des Schuljahres 2019/20 müssen Eltern für die „Acht- bis Eins-Betreuung“ monatlich pauschal 30 Euro pro Kind bezahlen. Erst zum Schuljahr 2020/21 würde eine gestaffelte Neuregelung, wie sie die Verwaltung vorgeschlagen hat, greifen.

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