Antonius „Töne“ Kapusta trieb Fusion der Telgter Sportvereine voran
Mit dem Flieger von Juist zur Versammlung

Telgte -

Seine Heimat war der SC Telgte, seine Leidenschaft war es, den Fußball in Telgte groß zu machen. Antonius „Töne“ Kapusta war ein Motor der Fusionsbewegung Anfang der 1970er Jahre, als sich der SC Telgte und die DJK Telgte zur SG Telgte vereinigten.

Samstag, 13.04.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 10:52 Uhr
„Töne“ Kapusta, Motor der Fusionsbewegung Anfang der 1970er Jahre zwischen dem SC Telgte und der DJK Telgte. Der heute 83-Jährige lehnt über ein Kunstwerk, das seine früheren Mitspieler zeigt: (v.l.) Clemens Schelle, Helmut Wimmer, Elmar Uhlenbrock, Hermann Reuber, Theo Mense, Erich Bils, Hans Hüweler, Werner Stiller, Heinz Uphoff, Edgar Krause, Josef Wüllenkemper und Willi Mense. Links und rechts neben ihm die beiden Vereinswimpel von SC und DJK Telgte.
„Töne“ Kapusta, Motor der Fusionsbewegung Anfang der 1970er Jahre zwischen dem SC Telgte und der DJK Telgte. Der heute 83-Jährige lehnt über ein Kunstwerk, das seine früheren Mitspieler zeigt: (v.l.) Clemens Schelle, Helmut Wimmer, Elmar Uhlenbrock, Hermann Reuber, Theo Mense, Erich Bils, Hans Hüweler, Werner Stiller, Heinz Uphoff, Edgar Krause, Josef Wüllenkemper und Willi Mense. Links und rechts neben ihm die beiden Vereinswimpel von SC und DJK Telgte. Foto: Pohlkamp

Mit der Geschichte der Sportgemeinschaft Telgte, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, ganz eng verbunden ist Antonius „Töne“ Kapusta. Denn um 1970 engagierte sich der Metallbauunternehmer, Fußballer und Sportfunktionär sehr stark für den Sport in der Emsstadt. Seine Heimat war der SC Telgte, seine Leidenschaft war es, den Fußball in Telgte groß zu machen.

Zu jener Zeit gab es mit der DJK und dem SC zwei mitein­ander konkurrierende Fußballvereine, die sich sowohl um den Nachwuchs als auch um den erfolgreichen Kicker in der Region bemühten. Töne Kapusta, 1935 geboren, begann mit zwölf Jahren in der F-Jugend des VFL Telgte Fußball zu spielen. Auch wenn im Jahre 1949 mit den Sportfreunden Telgte ein zweiter Fußballverein gegründet wurde, schlossen sich beide Vereine im selben Jahr wieder zusammen und gründeten den SC Telgte von 1919.

Seine Leidenschaft für den Fußball nahm bei „Töne“ – so wird er auch heute noch gerufen und genannt – weiter zu. Neben dem SC begeisterte sich das Telgter Urgestein bereits als 14-jähriger Schüler für einen zweiten Verein: An einem schönen Juli-Wochenende des Jahres 1949 unternahm er mit seinen Eltern einen Ausflug ins Sauerland. In dem Hotel, in dem er mit seinen Eltern abstieg, hatte sich auch die Mannschaft von Borussia Dortmund einquartiert. Der BVB bereitete sich dort auf das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den VfR Mannheim vor. Zwar verlor Dortmund mit 2:3 nach Verlängerung vor 92 000 Zuschauern, doch seitdem ist „Töne“ ein großer BVB-Fan und seit Jahren mit einer Dauerkarte ausgestattet, die er sich mittlerweile mit Freunden teilt.

Mit 20 Jahren hatte sich Antonius Kapusta inzwischen zu einem wertvollen Spieler für die erste Mannschaft des SC Telgte entwickelt, doch während seiner zweijährigen Weiterbildung im Alu-, Fenster- und Fassadenbau in Köln (1955 bis 1957) schloss er sich auch dem Bezirksligisten DJK Alemannia Köln (heute: Fortuna Köln) an. Die Zugehörigkeit zum SC Telgte blieb aber bestehen.

Als es bei der Mannschaft einmal ganz schlecht aussah und ein entscheidendes Spiel gegen den Abstieg bevorstand, musste „Töne“ seinerzeit unbedingt aus Köln anreisen und mitspielen. Ohne Wissen seiner Eltern trat er die Fahrt nach Telgte an, übernachtete heimlich bei einem Mannschaftskollegen, um am nächsten Tag mit seinem SC Telgte gegen den Abstieg zu spielen. Mit seinem 2:1-Siegtreffer trug Kapusta wesentlich zum Klassenerhalt bei. In den Westfälischen Nachrichten wurde sein „Geheimauftrag“ dank seines Siegtores schließlich doch noch öffentlich.

Mit dem Tod seines Vaters hängte „Töne“ seine Fußballschuhe – zumindest für die Erste – an den Nagel. Denn im Metallbaubetrieb Kapusta übernahm er 1958 die Verantwortung und deshalb blieb für Training und Spiel wenig Zeit. Dennoch kickte er in der zweiten und auch in der dritten Mannschaft – bis 1975, so erinnert sich „Töne“ muss es gewesen sein: „Da war für mich mit 40 Jahren endgültig Schluss.“

Eine entscheidende Rolle spielte Kapusta beim Zusammenschluss der beiden Vereine SC und DJK am 25. Juni 1971. Heinz Menke und Dieter Norpoth vertraten die Farben der DJK, Heinz Wichmann und „Töne“ Kapusta die des SC. Die Entscheidungsträger waren sich schnell einig. Nur mussten auch die Mitglieder von dem Vorhaben überzeugt werden. So gab es eine Vorversammlung, bei der Kapusta die Mitglieder überzeugen musste.

Problematisch war nur, dass er und Hermann Pohlmann mit ihren Familien ausgerechnet im so wichtigen Entscheidungsprozess auf der Insel Juist ihren Urlaub verbrachten. Kurz entschlossen holte Willi Brockamp die beiden Männer von der Insel Juist mit einem kleinen Flugzeug ab, damit diese nach der Landung auf dem Berdelflugplatz schnell zum Versammlungsort kommen konnten.

Sie trugen damit entscheidend dazu bei, dass die Vorversammlung erfolgreich verlief und am 25. Juni 1971 mit großer Mehrheit der Zusammenschluss beider Vereine vollzogen werden konnte. Die Mitglieder gaben ihrem Sportverein einen neuen Namen: Sportgemeinschaft Telgte von 1919.

Erster Vorsitzender wurde Heinz Wichmann, Herbert Schäfer zweiter Vorsitzender, Töne Kapusta dritter Vorsitzender, Heinz Menke Geschäftsführer, Johannes Faule Schriftführer, Horst Werner Kassenwart sowie „Töne“ Kapusta und Dieter Norpoth Fußballobleute, Herbert Schäfer Jugendobmann, Rudi Holtkötter Jugendwart aller Abteilungen, Heinz Menke Vorsitzender des Finanzausschusses, Peter Etzkorn Vorsitzender des Vergnügungsausschusses, und Jochen Schmidt wurde auf der Gründungsversammlung zum Sportwart gewählt.

Kapusta erhielt auf der Versammlung ein großes Kompliment. Er habe sich schon lange und intensiv für die Verschmelzung eingesetzt, so der damalige erste Vorsitzende Heinz Wichmann.

„Töne“ Kapusta erinnert sich an viele schöne und außergewöhnliche persönliche Begegnungen und Erlebnisse in 70-jähriger Vereinszugehörigkeit. Gerne denkt er etwa an ein von ihm mitorganisiertes Freundschaftsspiel des SC Telgte gegen den damaligen Oberligisten Fortuna Düsseldorf und an das im Jahr 1952 gebaute neue Jugendstadion sowie die in Eigeninitiative errichtete Tribüne mit mehreren Stufen aus alten Bahnschwellen.

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