„Maria 2.0“ in Telgte
Ein Gefühl von Hoffnung erzeugen

Telgte -

Mit einem Hoffnungsgebet vor der Wallfahrtskapelle machte die örtliche Projektgruppe „Maria 2.0“ gemeinsam mit allen drei Telgter Frauengemeinschaften auf ihr Anliegen aufmerksam. Zentrales Thema des Abends war der Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche.

Donnerstag, 16.05.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 14:01 Uhr
Trotz des kühlen Wetters waren rund 170 Telgter zum Hoffnungsgebet vor dem Portal der Wallfahrtskapelle gekommen.
Trotz des kühlen Wetters waren rund 170 Telgter zum Hoffnungsgebet vor dem Portal der Wallfahrtskapelle gekommen. Foto: Schwerdt

Sie hat schon bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, doch am Mittwochabend kam die Initiative „Maria 2.0“ endgültig auch in Telgte an. Mit einem Hoffnungsgebet vor dem Eingang der Wallfahrtskapelle machte die örtliche Projektgruppe „Maria 2.0“ gemeinsam mit allen drei Telgter Frauengemeinschaften auf ihr Anliegen aufmerksam.

Zu übersehen war die Veranstaltung nicht. Über den gesamten Kirchplatz vor der Wallfahrtskapelle waren weiße Stoffbahnen an Leinen gehängt worden, und sogar Teile des Bodens waren mit weißen Planen ausgelegt. Die bundesweite Bewegung will damit deutlich sichtbar ihre Hoffnung auf einen Neuanfang innerhalb der katholischen Kirche zum Ausdruck bringen. Auch deshalb kamen einige der 170 anwesenden Telgter mit weißen Kleidungsstücken zum Hoffnungsgebet.

„Es soll ein Gesprächsanstoß sein“, erklärte Reinhild Singer für die Projektgruppe. „Wir möchten keinen Streit vom Zaun brechen.“ Vielmehr ginge es darum, ein Gefühl von Hoffnung zu erzeugen. Die Resonanz im Vorfeld sei überwiegend positiv gewesen. „Wir haben die Aktion relativ holterdiepolter auf die Beine gestellt. Aber alle haben sofort mitgezogen“, zeigte sich Singer über die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der kfd erfreut.

Sibylle Kortenbrede, Vertreterin der kfd St. Clemens, unterstrich diesen Aspekt: „Da entsteht ein Wir-Gefühl.“ Ähnlich wie ihre Mitstreiterinnen hofft sie auf positive Veränderungen. Die bundesweiten Forderungen nach Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche oder die Überstellung von innerkirchlichen Sexualstraftätern an weltliche Gerichte seien nicht neu. „Wir haben schon lange ähnliche Forderungen“, sagte Kortenbrede. „Es soll nicht nur erträglich sein in der Kirche zu sein, sondern wir wollen gerne in der Kirche sein.“ Deshalb sei es auch keine Option einfach aus der Kirche auszutreten.

Zentrales Thema des Abends war der Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche. „Wir Frauen tragen schon jetzt einen Großteil des Alltags in der Kirche“, verwies Reinhild Singer auf viele Ehrenamts- und Laientätigkeiten, die Frauen in der Kirche schon heute leisten.

Das anschließende Gespräch zwischen der Westbeverner Theologieprofessorin Dr. Dorothea Sattler und Propst Dr. Michael Langenfeld sollte auf respektvolle Weise mögliche Wege der Annäherung aufzeigen. „Man muss miteinander im Gespräch sein“, befand Sattler, während Langenfeld für ein „Miteinander-Ringen“ um die richtigen Wege warb.

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