Humanitärer Akt
Rat beschließt Aufnahme eines Bootsflüchtlings

Telgte -

Rat und Verwaltung der Stadt Telgte erklären bereit, mindestens einen Bootsflüchtling aus dem Mittelmeerraum zusätzlich zu den üblichen Zuweisungen aufzunehmen.

Mittwoch, 10.07.2019, 18:00 Uhr
Immer wieder müssen in Not geratene Bootsflüchtlinge im Mittelmeerraum gerettet werden.
Immer wieder müssen in Not geratene Bootsflüchtlinge im Mittelmeerraum gerettet werden. Foto: dpa

Die Stadt Telgte schickt in den nächsten Tagen ein Schreiben an das Bundeskanzleramt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge . Darin erklären sich Rat und Verwaltung bereit, mindestens einen Bootsflüchtling aus dem Mittelmeerraum zusätzlich zu den üblichen Zuweisungen aufzunehmen. Telgte befindet sich damit nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Pieper in guter Gesellschaft. Bereits rund 60 Städte und Gemeinden bundesweit hätten eine entsprechende Bereitschaft signalisiert. Die Aktion bezeichnete er als einen wichtigen und dringend notwendigen Akt der Humanität.

Nach Absprache mit dem Verein „Zusammen ist besser“ (Zib) sei die Idee entstanden, „nur“ einen Bootsflüchtling aufzunehmen. Das klinge auf den ersten Blick ein wenig wie Abschottung, sei aber zum einen der Tatsache geschuldet, dass beispielsweise gegenüber der Stadt Münster, die sich bereiterklärt habe, drei solcher Bootsflüchtlinge aufzunehmen, die Relationen gewahrt werden sollten. Zum anderen stehe auch nur begrenzt freier Wohnraum zur Verfügung. Pieper sagte gegenüber den Ratsmitgliedern, dass er davon ausgehe, dass die Finanzierung der über das normale Maß hinausgehenden Flüchtlinge von den zuständlichen Behörden nach dem üblichen Modus erfolgen würde.

Katja Müller (Grüne) regte an, möglicherweise zwei Bootsflüchtlinge aufzunehmen, denn es dürfe keine Vereinzelung oder Isolation dieser zumeist traumatisierten Menschen erfolgen. Dafür gab es Beifall aus dem Zuschauerraum. Pieper sicherte zu, wenn es die Situation erlaube, auch zwei Flüchtlinge aufzunehmen.

Den ursprünglichen Anstoß zur zusätzlichen Aufnahme von Flüchtlingen hatte vor einigen Wochen Dr. Bernd Bauer, Mitglied von Zib, gegeben. Bereits im Mai hatte sich der Rat entsprechend positioniert.

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