Bäckerei Schmitz meldet Insolvenz an
Schließungen und Entlassungen nicht geplant

Telgte/Warendorf -

Vor wenigen Tagen hat das Amtsgericht Münster das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der in Telgte ansässigen „Andreas Schmitz GmbH“ angeordnet. Auch in Warendorf, an der Münsterstraße, hat das Unternehmen eine Filiale. Vor fünf Jahren hatte Andreas Schmitz das Geschäft von der Familie Stähler übernommen.

Freitag, 12.07.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 15:50 Uhr
Die „Andreas Schmitz GmbH“, die diese Backstube im Kiebitzpohl in Telgte und insgesamt neun Filialen betreibt, ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Auch in Warendorf, an der Münsterstraße, hat das Unternehmen eine Filiale.
Die „Andreas Schmitz GmbH“, die diese Backstube im Kiebitzpohl in Telgte und insgesamt neun Filialen betreibt, ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Auch in Warendorf, an der Münsterstraße, hat das Unternehmen eine Filiale. Foto: Große Hüttmann/Joachim Edler

Das Amtsgericht Münster hat vor wenigen Tagen das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der in Telgte ansässigen „ Andreas Schmitz GmbH“ angeordnet.

Auch in Warendorf, an der Münsterstraße, hat das Unternehmen eine Filiale. Vor fünf Jahren hatte Andreas Schmitz das Geschäft von der Familie Stähler übernommen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Thomas Henz bestellt. Der hat sich bereits einen genauen Überblick über das Unternehmen und seine wirtschaftliche Lage verschafft. Zu den Gründen für die wirtschaftliche Schieflage sagt der Jurist:

„In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen dem deutlich härter gewordenen Wettbewerbsumfeld und dem Preiskampf mit SB-Bäckern und Discountern stellen müssen, konnte hierbei jedoch die gewohnt hohe Qualität aufrecht erhalten. Leider litten dabei jedoch die finanziellen Ergebnisse, so dass eine geordnete Sanierung erfolgen muss.“

Im Rahmen der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung durch das Amtsgericht Münster sei er nun dafür zuständig, zum einen die wirtschaftliche Situation zu prüfen und ein Sachverständigengutachten zur Frage der Insolvenzreife des Unternehmens zu erstellen. Gleichzeitig sei es seine Aufgabe, während dieser Phase den Fortbetrieb zu sichern. Und er hat in diesem Zusammenhang gute Nachrichten: Filialschließungen und Entlassungen seien nach derzeitigem Stand nicht geplant, vielmehr bestehe – wie in vielen Branchen – ein Mangel an Fachkräften. „Sämtliche Gehälter der Mitarbeiter sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. In dieser Zeit werde ich mit Herrn Schmitz eine Perspektive für die dauerhafte Fortführung erarbeiten“, betont der vorläufige Insolvenzverwalter. Eine genaue Prognose könne er bisher noch nicht abgeben. Er gehe jedoch davon aus, dass das Unternehmen in seiner Gänze erhalten bleiben und alle Arbeitsplätze gesichert werden könnten. Eine endgültige Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens werde nach derzeitigem Stand im Oktober zu erwarten sein. Der Fortbestand des Unternehmens ist auch das erklärte Ziel von Andreas Schmitz. „Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um den Familienbetrieb und die Arbeitsplätze zu erhalten“, betonte er im WN-Gespräch. Dazu gehöre unter anderem die enge Zusammenarbeit mit dem Experten. Die „Andreas Schmitz GmbH“ wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters 1995 gegründet, um den Generationenwechsel bei der traditionsreichen Familienbäckerei durchzuführen.

Das Unternehmen betreibt neben dem Stammsitz in der Telgter Innenstadt noch acht weitere Verkaufsstellen in Telgte, Warendorf, Ostbevern, Everswinkel und Münster. Insgesamt werden aktuell 75 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktion erfolgt handwerklich in der Backstube im Kiebitzpohl.

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