Sonderausstellung im Museum Religio
Ein Leben mit der Kunst

Telgte -

Eine neue Sonderausstellung im Museum Religio ist „Ein Leben mit der Kunst“ überschrieben. Zahlreiche Werke des Kunstsammlers Diethelm Röhnisch sind dabei zu sehen.

Sonntag, 21.07.2019, 18:06 Uhr
Vor zahlreichen Besuchern wurde am Sonntagnachmittag im Museum Religio die Sonderausstellung mit Werken aus der Sammlung von Diethelm Röhnisch (3.v.r.) eröffnet.
Vor zahlreichen Besuchern wurde am Sonntagnachmittag im Museum Religio die Sonderausstellung mit Werken aus der Sammlung von Diethelm Röhnisch (3.v.r.) eröffnet. Foto: Große Hüttmann

„Ein Leben mit der Kunst“: Treffender hätte der Titel der neusten Sonderausstellung im Museum Religio nicht sein können, denn knapp sechs Jahrzehnte lang hat der ehemalige Pfarrer und Sammler Diethelm Röhnisch regelrecht mit Kunst gelebt. Denn nachdem er sein erstes Werk als Student bei einem Händler mit monatlich zehn Mark abgestottert hat, packte ihn die Leidenschaft. Am Ende waren es rund 350 Werke verschiedener Stilrichtungen und Künstler, die er im Laufe der Jahre zusammentrug.

Und, auch das wurde bei der Ausstellungseröffnung am Sonntagnachmittag deutlich, das Leben mit der Kunst bezog sich auch auf den familiären Alltag. Zwei Beispiele: Als Röhnisch mit einem Stück nach Hause kam und einen Platz dafür in der Wohnung suchte, sagte seine Frau nur: „Das können wir keinem Gast zumuten“ – schließlich landete es im Schlafzimmer. Und die einfache Holzkiste von Joseph Beuys mit dem Titel „Intuition“ diente, da der Sammler selbst anfangs wenig Sinn in dem Werk sah, seinen Kindern jahrelang als Spielzeugkiste – ein echtes Leben mit der Kunst eben, das machte nicht nur Dr. Kristin Kube, die stellvertretende Museumsleiterin und Kuratorin der Ausstellung, sondern auch Diethelm Röhnisch in seinen Worten deutlich. Denn statt langer künstlerischer Erläuterungen beschränkte sich der Sammler auf einige Anekdoten und Geschichten aus sechs Jahrzehnten Leidenschaft.

Eine weitere Einführung in das Werk gab Dr. Heike Plaß, Referentin für Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Münster. Sie bezeichnete Röhnisch als einen Sammler mit einem echten Kunst-Sinn, dem es um die Werke und ihre Ausdruckskraft gehe und nicht um die Namen. Wichtig sei Diethelm Röhnisch bei seiner Sammlung nicht der materielle Wert gewesen, sondern vielmehr die Tatsache, dass die Werke einen Bezug zu seinem Leben aufweisen. Seine rund 350 Stücke umfassende Sammlung hat er nach Rücksprache mit seiner Familie zum überwiegenden Teil dem Museum Religio übergeben, das aus diesem Anlass noch bis zum 1. September ausgewählte Stücke zeigt.

Museumsleiterin Dr. Anja Schöne war sich in ihrer Einführung sicher: „Die Ausstellung von Werken aus der vielseitigen Sammlung des ehemaligen evangelischen Pfarrers Diethelm Röhnisch gibt einen Einblick in fast 60 Jahre Sammlungstätigkeit eines gläubigen und zugleich von der Kunst inspirierten Menschen.“ Zugleich seien in der Sammlung eine Reihe bedeutender Namen vertreten, wie beispielsweise Joan Miró, Madeleine Dietz, Joseph Beuys, Katharina Grosse, Gerhard Richter, Le Corbusier, Josef Albers, Rune Mields. Sie bezeichnete das Ganze nicht nur als eine Bereicherung für das Museum, sondern als „Sternstunde“ für das Haus.

Dabei waren es nicht die großen Namen und der Wert der Werke, die den Sammler interessierten, sondern die Frage: „Ist das Bild oder Objekt wichtig für mich, beschäftigt es mich in meinem Bildgedächtnis, hat es sich dort eingeprägt?“

Ein Schwerpunkt der Sammlung hing natürlich mit dem Beruf des Sammlers als Theologe zusammen. Diethelm Röhnisch resümiert: „Das ‚Religiöse‘ ist dabei nicht irgendeine dogmatische Wahrheit, sondern der letzte Grund für unser Leben, also das, was mich unbedingt angeht, das, was mich am Ende in meinem Leben mit diesem Bild verbindet.“

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