Denkmal in Telgte
Büste fiel vom Sockel

Telgte -

Die Emsstadt hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert. Die Westfälischen Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alte Ansichten, die als Postkartenmotive erschienen sind und neue Bilder, so wie sich das Stadtbild heute präsentiert, vor.

Donnerstag, 15.08.2019, 16:18 Uhr
So präsentiert sich das Denkmal heute.
So präsentiert sich das Denkmal heute. Foto: Pohlkamp

Die Emsstadt hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert. Die Westfälischen Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alte Ansichten, die als Postkartenmotive erschienen sind und neue Bilder, so wie sich das Stadtbild heute präsentiert, vor. Dabei arbeitet die Redaktion eng mit der Stadtarchivarin Julia Plötzgen zusammen.

Heute geht es um das Denkmal von Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen , das sich am Münstertor in unmittelbarer Nähe der Marienlinde befindet. Der Beginn der Telgter Wallfahrt geht auf den münsterischen Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen zurück. Im Jahre 1651 ordnete er eine Prozession von Münster und Warendorf nach Telgte an. Drei Jahre später, 1654, ernannte er Telgte zum Hauptwallfahrtsort des Bistums Münster und ließ dort in den darauffolgenden vier Jahren eine Wallfahrtskapelle errichten. Zwischen 1658 und 1663 erfolgte der Bau des historischen Wallfahrtsweges von Münster nach Telgte entlang der heutige Bundesstraße B 51.

Erst 242 Jahre später, im Jahre 1896, wurde beschlossen, Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen ein Denkmal zu setzen. Zu diesem Zweck wurde ein Komitee gegründet und eine Spendensammelaktion ins Leben gerufen. Der Bau des Denkmals wurde durch Spenden in Höhe von 6600 Reichsmark finanziert.

Ausgeführt wurden die Büste, die Putten zu beiden Seiten und die Kupfertafeln von einer Geislinger Firma. Am 16. Oktober 1902 erfolgte die Aufstellung durch den Telgter Bauunternehmer Gerdemann. Die feierliche Enthüllung nahm Pastor Hovestadt vor. Aus dem Stadtarchiv ist zu entnehmen, dass der Geistliche in seiner Festrede besonders die Beseitigung der durch den 30-jährigen Krieg entstandenen Missstände durch Fürstbischof von Galen hervorhob und dabei deutlich machte, dass von Galen die fast aufgegebenen Wallfahrten wieder in Gang gebracht habe und so zum Erhalt des katholischen Glaubens beitrug. Im Ersten Weltkrieg blieb das Denkmal von der Metallsammelaktion für die Rüstungsindustrie verschont. Im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges wurden die beiden Kupferplatten jedoch eingeschmolzen, aber nach dem Krieg neu gegossen.

Das Denkmal – aus Büste mit Tropaion (Wappenschild, Trompeten, Kanonenrohren) und Reliefplatte unter der Büste – zeigt die Stiftung der Wallfahrtskapelle für das Gnadenbild durch den Fürstbischof; rechts und links von der Büste befinden sich ein Engel mit Mitra und Zepter sowie ein Engel mit Schreibutensilien.

Am 18.01.1975 fiel der Fürstbischof „über Nacht vom Sockel“, weil die Verankerung so stark durchgerostet war, dass ein Windstoß den Bischof stürzen ließ. Die Schäden waren geringfügig, die Büste leicht zu restaurieren.

1986 wurde das Denkmal in die Denkmalliste der Stadt Telgte aufgenommen.

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