Museum Religio in Telgte
Kunst und Handwerk zugleich

Telgte -

Das Museum Religio hat Werke von Martha Kreutzer-Temming gekauft. Die Kunst und Handwerk werden dabei verbunden. 26 000 Euro hat das Museum für den größten Einzelankauf in seiner Geschichte ausgegeben. Allerdings bekam das Religio dabei auch Unterstützung.

Dienstag, 20.08.2019, 20:00 Uhr
Die Künstlerin Martha Kreutzer-Temming erläuterte anlässlich der Übergabe der Werke im Museum Religio die Techniken und hatte dabei auch manche Anekdote zu erzählen.
Die Künstlerin Martha Kreutzer-Temming erläuterte anlässlich der Übergabe der Werke im Museum Religio die Techniken und hatte dabei auch manche Anekdote zu erzählen. Foto: Große Hüttmann

„Einer wird gewinnen, er oder ich.“ Martha Kreutzer-Temming kann sich noch gut an den Kampf mit dem widerspenstigen Aluminiumfaden erinnern, aus dem sie eines der Werke erstellt hat, die ab sofort im Besitz des Museums Religio sind. Um es vorwegzunehmen, den Kampf gewonnen hat natürlich die 85-jährige Künstlerin.

Diese und andere Anekdoten werden den Betrachtern der Werke zwar verborgen bleiben, was aber sicher ist, ist, dass die Werke viele Betrachter zum Staunen bringen werden. Denn nicht nur die handwerkliche Arbeit, die hinter den Stücken steckt, sondern gerade auch die künstlerische Intention sind etwas Besonderes. „Da spiegelt sich an vielen Stellen meine religiöse Prägung wider“, sagte Martha Kreutzer-Temming am Rande der Übergabe der Stücke an das Museum.

Die Freude war bei Dr. Anja Schöne , Leiterin des Religio, groß, denn der Erwerb der Stücke ist der größte Einzelankauf in der Geschichte des Museums. 26 000 Euro sind dafür ausgegeben worden, die Hälfte hat das Land NRW bereitgestellt, um diese einzigartigen Werke der Nachwelt zu erhalten. Den Eigenanteil des Museums hat der Freundeskreis des Hauses teilweise mitgetragen. Zudem gab es Mittel der Westfälischen Stiftung für Sakrale Kunst.

Dass das Religio der ideale Ort für die zukünftige Präsentation ist, steht für Anja Schöne außer Frage. „Für das Museum ist es eine große Freude, Werke erwerben zu können, die in einen würdigen Dialog mit dem Hauptwerk des Museums, dem Telgter Hungertuch, treten können.“

Georg Veit, Dezernent für Kultur, Weiterbildung und NRW-Europawettbewerbe bei der Bezirksregierung Münster, würdigte die Arbeiten als wegweisend. Daher habe die Kommission, die über die Förderung in Nordrhein-Westfalen entscheide, auch den Beschluss gefasst, den Ankauf mit 50 Prozent zu fördern. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die teilweise Neuorientierung des Religio zum „Kunstmuseum“ als richtig und wichtig.

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