Ausstellung Trikottausch im Rathaus eröffnet
„Hier stimmt etwas nicht“

Telgte -

Bis Ende September ist im Rathaus eine Ausstellung zu sehen, die sich mit den Schattenseiten bei der Produktion von Trikots beschäftigt.

Sonntag, 15.09.2019, 12:04 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 16:15 Uhr
Eröffneten im Foyer des Rathauses die Ausstellung Trikottausch (v.l.): Kristin Duwenbeck, Ralf Daniel, Tatjana Scharfe, zwei Jugendfußballer der SG und Ulrich Winckler. Die Gruppe „Camposada“ aus Ostbevern (kl. Bild) sorgte für die passende Musik.
Eröffneten im Foyer des Rathauses die Ausstellung Trikottausch (v.l.): Kristin Duwenbeck, Ralf Daniel, Tatjana Scharfe, zwei Jugendfußballer der SG und Ulrich Winckler. Die Gruppe „Camposada“ aus Ostbevern (kl. Bild) sorgte für die passende Musik. Foto: Pohlkamp

Trikottausch im Rathaus? Eigentlich verbindet man dieses Wort mit einem Länder- oder Bundesligaspiel. Doch dieser Trikottausch richtet den Blick auf etwas ganz Anderes: Auf der einen Seite die Marken-Sportbekleidung, die gerade bei jungen Menschen für einen modernen und dynamischen Lebensstil steht. Auf der anderen Seite geschieht die Produktion der Trikots im Ausland vielfach unter katastrophalen Bedingungen.

Eine Ausstellung mit dem Titel Trikottausch, die im Rathausfoyer zu sehen ist, stellt die teilweise fragwürdigen Arbeitsbedingungen und die schlechte Bezahlung der Näherinnen in den Mittelpunkt. Die Besucher erfahren dabei, wie sie für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Näherinnen in den Produktionsländern aktiv werden können.

Bis zum 27. September ist die Wanderausstellung, die vom Verein „Vamos“ konzipiert wurde, im Rahmen der „Fairen Woche“ und zugleich aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der SG Telgte zu sehen.

Der SG-Vorsitzende Ulrich Winckler zeigte sich anlässlich der Eröffnung der Schau erfreut über diese Kooperation. Er wünscht sich, dass viele Telgter und ganz besonders die Jugendbetreuer der SG mit ihren Mannschaften diese Ausstellung besuchen.

Ralf Daniel , Vertreter der Initiative „Fairtrade Stadt Telgte“, eröffnete die Ausstellung. Sein Dank galt der Sambagruppe Camposada aus Ostbevern, die unter der Leitung von Günter Eschkotte vor und im Foyer des Rathauses mit den Klängen des brasilianischen Karnevals für den passenden musikalischen Auftakt sorgte.

Ralf Daniel sprach über das Engagement des Vereins Vamos: „Seit 1987 macht er den Menschen deutlich, dass ihr Handeln direkten Einfluss auf das Leben der Menschen in den Ländern des globalen Südens nimmt, in denen viele Konsumartikel hergestellt werden.“ Der Verein trete dafür ein, dass alle Nä­he­rin­nen und ihre Fa­mi­li­en durch ein exis­tenz­si­chern­des Ein­kom­men dau­er­haft ein wür­di­ges Leben füh­ren kön­nen. Dafür müs­sten Re­gie­run­gen be­ste­hen­de Ge­set­ze und in­ter­na­tio­na­le Nor­men durch­set­zen. „Wir tre­ten dafür ein,“ sagte er.

Daniel sieht die Aufgabe der Fairtrade-Initiative auch darin, der Telgter Bevölkerung immer wieder deutlich zu machen, dass es trotz manch positiver Entwicklungen noch immer erhebliche Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in der Welt gebe. Ein Beispiel aus der Ausstellung: Eine Arbeiterin, die einen Sportschuh produziert, bekommt demnach für ihre Arbeit 40 Cent. „Die Schuhe werden am Ende der Lieferkette bei uns für 100 Euro verkauft. Ich denke, das macht deutlich, dass hier etwas nicht stimmen kann, zumal wenn man dann sieht, dass ein einzelner Fußballer für Werbung über 16 Millionen Euro jährlich erhält.“

Für „Vamos“ stellte Kristin Duwenbeck, Eine-Welt-Promotorin für das südliche Münsterland, den Verein vor und beschrieb die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Tatjana Scharfe stellte einen anderen Aspekt des fairen Handels in den Fokus – die Geschlechtergerechtigkeit. Das Thema Trikottausch sei auch insofern exemplarisch, weil die meisten Textilien von Frauen hergestellt würden.

Der SG-Vorsitzende Ulrich Winckler freute sich über die Kooperation, die sich hervorragend mit dem Jubiläum verbinde: „Unser Horizont endet nicht an der Außenlinie eines Fußballfeldes oder an der Kante einer Tischtennisplatte.“

Während der Eröffnung bot der Eine-Welt-Laden St. Marien eine faire Verkostung an. Am Mittwoch, 18. September, findet um 19.30 Uhr im Rathaus ein Vortrag zum Thema „Der Preis der schnellen Mode“ mit der Referentin Isabell Ullrich statt.

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