Protestaktion an der B 51 zwischen Telgte und Handorf
Deutliche Worte gegen den Ausbau

Telgte -

Entlang der Bundesstraße 51 machten sich zwischen der Lützowstraße und dem Jägerhaus viele Hundert Bürger für den Erhalt der Bäume stark. Sie demonstrierten gegen den geplanten Ausbau der B 51.

Montag, 23.09.2019, 08:22 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 12:54 Uhr
Eröffneten am Sonntagnachmittag gemeinsam die Baumaktion an der B 51 zwischen Lützowstraße und Jägerhaus auf dem Hof Kutscher/Große Inkrott (v.r.): Daniela Kaminski (Moderation und Initiatorin), Wolfgang Pieper (Bürgermeister Telgte), Dr. Maria Odenthal-Schnittler (Vorsitzende der Bürgerinitiative „B 51 Telgte“), Martina Klimek ( Bezirksbürgermeisterin Münster-Handorf) und Meinolf Sellerberg (erster Vorsitzender der Bürgerinitiative „B 51 Handorf“).
Eröffneten am Sonntagnachmittag gemeinsam die Baumaktion an der B 51 zwischen Lützowstraße und Jägerhaus auf dem Hof Kutscher/Große Inkrott (v.r.): Daniela Kaminski (Moderation und Initiatorin), Wolfgang Pieper (Bürgermeister Telgte), Dr. Maria Odenthal-Schnittler (Vorsitzende der Bürgerinitiative „B 51 Telgte“), Martina Klimek ( Bezirksbürgermeisterin Münster-Handorf) und Meinolf Sellerberg (erster Vorsitzender der Bürgerinitiative „B 51 Handorf“). Foto: Pohlkamp

Am Sonntag ging viele hundert Menschen auf die Straße: Entlang der Bundesstraße 51 zwischen der Lützowstraße und dem Jägerhaus machten sie sich stark für den Erhalt der Bäume. Ein Teil davon, genau 120, waren mit roten Bändern und Schärpen ausgestattet.

An vielen Stationen entlang des Prozessionsweges hatten Telgter und Handorfer Bäume geschmückt und diese mit Zitaten und mit Bildern versehen. Sogar eine vierspurige „Mini-Autobahn“ mit einer Länge von 25 Metern und rund 3000 Spielzeugautos gehörte dazu.

Das alles diente dazu zu symbolisieren, welche Bedeutung für die Menschen in der Region der Klimaschutz und der Erhalt der Bäume entlang der B 51 hat. Viele Personen nutzten das schöne Spätsommerwetter, erklärten sich solidarisch oder informierten sich.

Zur Eröffnung des Aktionstages „Mein Freund der Baum“ auf dem Hof Kutscher/Große Inkrott hatten die Initiatoren um Daniela Kaminski für ein buntes Unterhaltungsprogramm gesorgt. Bevor die „Baum-Galerie“ offiziell frei gegeben wurde, sprachen Bürgermeister Wolfgang Pieper und Martina Klimek als Bezirksbürgermeisterin Münster-Ost zu den zahlreichen Anwesenden.

Martina Klimek machte deutlich, dass sie grundsätzlich nicht gegen den Ausbau der Bundesstraße sei: „In der von Straßen.NRW vorgestellten Form geht das aber gar nicht.“ Sie lobte die Vorschläge der Bürgerinitiative Telgte und kritisierte das „Bollwerk“ am Knotenpunkt Handorf. Schließlich forderte die Bezirksbürgermeisterin, dass die alten Bäume erhalten bleiben sollten.

In einer von den Zuhörern mit viel Beifall bedachten Rede bekannte sich Bürgermeister Wolfgang Pieper mit deutlichen Worten gegen die, so eine seiner Kernaussagen, „unsinnige Planung des Ausbaus der B 51“. Pieper nannte drei wesentliche Gründe, warum er gegen das Projekt sei.

„Die Verkehrszahlen auf dieser Strecke sind seit vielen Jahren rückläufig. Die Fakten sprechen gegen einen vierspurigen Ausbau und nur die Prognosen, die erstellt worden sind, suggerieren uns, dann, wenn der vierspurige Ausbau da ist, nimmt der Verkehr zu und deswegen brauchen wir diesen. Absurder geht es nicht. Diese Logik müssen wir durchbrechen“, betonte er in seiner Rede.

Wolfgang Pieper forderte eine integrierte Verkehrsplanung und ein Umdenken in Sachen „Mobilität der Zukunft“. Zudem ging Pieper auf die Bäume entlang der B 51 ein. Das seien Naturdenkmäler. Sie markierten einen alten Prozessionsweg: „Wenn wir diese Allee für den Straßenbau opfern, dann opfern wir ein Stück unserer Geschichte. Wir sollten die Vierspurigkeit nicht zulassen, sollten uns gegen diesen Unsinn stellen.

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