47. Schnadgang in Telgte
47 Eichen markieren den Grenzverlauf

Telgte -

Rund 50 Personen nahmen am Schnadgang von Heimatverein, Kultur-Freundeskreis und der Stadt Telgte teil.

Sonntag, 29.09.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 12:48 Uhr
Die 47. Schnadgangseiche wurde am Hof Holtkamp von Bürgermeister Wolfgang Pieper, der Familie Holtkamp und zahlreichen Teilnehmern eingepflanzt.
Die 47. Schnadgangseiche wurde am Hof Holtkamp von Bürgermeister Wolfgang Pieper, der Familie Holtkamp und zahlreichen Teilnehmern eingepflanzt. Foto: Pohlkamp

Der Schnadgang des Heimatvereins, des Kultur-Freundeskreises und der Stadt Telgte hat inzwischen fast ein halbes Jahrhundert Tradition, obschon belegt ist, dass die Grenzkontrollgänge bereits im 16. Jahrhundert durchgeführt wurden. Damals ging es allerdings nicht immer so friedlich zu wie an diesem Samstag beim 47. Schnadgang.

Da es früher im Zuge dieser Schnade oft zu handgreiflichen Zwischenfällen kam, wurde der Schnadgang, nach Einführung des Katasterwesens, im Jahr 1814 von der Preußischen Staatsregierung verboten – und geriet in Vergessenheit. 1973 ließ Telgte diese Tradition wieder aufleben.

Inzwischen bilden entlang der Telgter Grenze 47 Eichen den Grenzverlauf. Der „jüngste Eichenbaum“ wurde am Hof der Familie Paul Holtkamp in der Fockenbrocks Heide gepflanzt. Der Heimatverein hatte diese etwa drei Meter hohe westfälische Eiche gestiftet und dem Organisator und langjährigen zweiten Vorsitzenden Helmut Poppenborg gewidmet. Bürgermeister Wolfgang Pieper, Vertreter aller Parteien und der Hausherr packten an, um den Baum sicher im Boden zu verankern.

Rund 50 Teilnehmer verzeichnete diese 47. Grenzbegehung. Vom Rathaus durch die Emsaue und am Hof Everwin vorbei wandernd gab es die erste Rast in Maria Frieden. Der Malteser-Hilfsdienst versorgte die Schnadgänger mit Kaffee und erfrischenden Getränken, und bei einem halbstündigen Rundgang informierten die stellvertretende Pflegedienstleiterin Andrea Mersmann-Volmer und Mares Woltering (Gesamttherapeutische Leitung TheraNet NRW) über die Entwicklung des Hauses.

Unter Führung von Antonius Hertleif gab es am Bildstock an der Klinik eine Rückblende auf die Entstehung dieses Bildstockes. Auch auf dem „Grenzweg“ entlang bis zum Hof Holtkamp gab es Informationen.

Spannend für alle Beteiligten war die Geschichte des Bauernhofes Holtkamp: Nachhaltigkeit und Generationenverantwortung spiegeln sich in der Erzählung des Landwirtes wider: 1442 wurde der Hof Paul Holtkamp erstmals als Gut Holtkötter urkundlich erwähnt: „Als Gut“, so Paul Holtkamp, „wurde vor fast 600 Jahren jeder Hof benannt, der mehr als ein Gartengrundstück besaß.“ Der Bauernhof Paul Holtkamp bewirtschaftet heute 60 Hektar Ackerland und Wiesen.

Mit einer Erbsensuppe und vielen Gesprächen endete dieser 47. Schnadgang.

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