Diskussion um Baugebiet Telgte-Süd
„Feine Nasen“ gaben den Ausschlag

Telgte -

Der Planungsausschuss hat mit den Stimmen von Grünen, SPD und FDP beschlossen, den dritten Bauabschnitt des Baugebietes Telgte-Süd nicht weiterzuverfolgen.

Freitag, 11.10.2019, 20:00 Uhr
Der Grüne Weg ist eine der zentralen Achsen des geplanten Baugebietes „Telgte Süd“, das der Planungsausschuss am Donnerstagabend auf Empfehlung der Verwaltung um den dritten Bauabschnitt verkleinert hat.
Der Grüne Weg ist eine der zentralen Achsen des geplanten Baugebietes „Telgte Süd“, das der Planungsausschuss am Donnerstagabend auf Empfehlung der Verwaltung um den dritten Bauabschnitt verkleinert hat. Foto: Große Hüttmann

Mehrheitlich ist der Planungsausschuss am Donnerstagabend dem Verwaltungsvorschlag gefolgt, den dritten Bauabschnitt des Gebietes Telgte-Süd nicht weiterzuverfolgen. Die CDU enthielt sich in der Abstimmung. Sie war zuvor mit einem Antrag gescheitert, die Entscheidung zurückzustellen, um noch offene zen­trale Fragen klären zu können. Der Beratung des Tagesordnungspunktes vorausgegangen war ein rund halbstündiger nichtöffentlicher Sitzungsteil.

Dreh- und Angelpunkt des Ganzen, das wurde ganz deutlich, ist das endgültige Geruchsgutachten. Baubereichsleiter Markus Weber betonte, dass es sich dabei um ein mehrstufiges Verfahren gehandelt habe. Einerseits hätten Probanden mit einer „feinen Nase“ nach einem genau festgelegten Plan an verschiedenen Stellen Gerüche ermittelt. Andererseits seien alle landwirtschaftlichen Betriebe im Umkreis angeschrieben worden, um Tierhaltungszahlen zu ermitteln. Daraus seien in einem aufwendigen Prozess die Geruchsbelastungen ermittelt worden.

Fakt ist demnach, dass diese im dritten Bauabschnitt so hoch sind, dass „der gesamte Bebauungsplan keine Rechtskraft bekommen hätte“, betonte Bürgermeister Wolfgang Pieper . Insofern habe die Verwaltung die „Verkleinerung“ vorgeschlagen, um schnellstmöglich bezahlbaren Wohnraum schaffen zu können.

Bezüglich einer möglichen Auslagerung des Lohnunternehmens Rüter betonte Pieper, dass seine Tür nicht verschlossen seien und die Verwaltung alles tue, um den Interessen der Verhandlungspartner entgegenzukommen.

Kritisiert wurde von etlichen Kommunalpolitikern, dass das Geruchsgutachten nun zu einem deutlich anderen Ergebnis komme als in der vorläufigen Version.

Volker Hövelmann (CDU) regte daher eine Vertagung der Entscheidung an, um Zeit für eine Überprüfung des Gutachtens zu haben. Denn fraglich sei, ob etwa die genehmigten Tierzahlen mit den wirklichen übereinstimmen würden und ob nicht Möglichkeiten bestünden, die Geruchsbelastungen zu vermindern. Zudem forderte er ein erneutes Gespräch mit dem Lohnunternehmen Rüter. Bauchschmerzen hat die CDU bei der von der Verwaltung vorgeschlagenen weiteren Verdichtung in den beiden restlichen Bauabschnitten. „Das geht am Bedarf vorbei“, warnte Hövelmann.

Gerd Klünder (Grüne) zeigte sich erfreut, dass die Planungen nun endlich weitergeführt werden könnten, nachdem lange Zeit sowohl das Geruchsgutachten als auch die Frage der Verlagerung des Lohnunternehmens „wie ein Damoklesschwert über dem Thema“ geschwebt hätten.

Detlev Dierkes (FDP) signalisierte, dass sich die Freidemokraten einer neuen Planung nicht generell widersetzen, sondern konstruktiv mitarbeiten würden. Wie berichtet, hatte sich die FDP vor einiger Zeit von den vorherigen Planungen verabschiedet.

Klaus Werner-Heger (SPD) forderte, dass alles getan werde müsse, um den Fortbestand des Lohnunternehmens sicherzustellen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6994185?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Anklage beantragt zehn und 25 Jahre Haft
Der Tatort an der Eper Straße in der Nacht zum 24. Mai 2017. Wegen des Attentats auf einen 48-Jährigen muss sich Maurits R. vor dem Gericht in Almelo verantworten. Er soll Schüsse auf den Mann abgefeuert und ihn dadurch schwer verletzt haben.
Nachrichten-Ticker