Apothekenansiedlung
Ausschuss durchkreuzt Pläne

Telgte -

Gegen die Ansiedlung einer Apotheke an der Alverskirchener Straße hat sich der Planungsausschuss entschieden.

Freitag, 18.10.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 12:52 Uhr
Das Banner suggeriert, dass hier bald eine Apotheke entsteht. Dem hat der Planungsausschuss bei seiner jüngsten Sitzung aber einen Riegel vorgeschoben.
Das Banner suggeriert, dass hier bald eine Apotheke entsteht. Dem hat der Planungsausschuss bei seiner jüngsten Sitzung aber einen Riegel vorgeschoben. Foto: Große Hüttmann

Wenn man dem Wortlaut des großflächigen Banners in den Fenstern eines Wohn- und Geschäftshauses an der Alverskirchener Straße in der Nähe des „Telgter Ei“ Glauben schenken darf, dann entsteht dort bald eine Apotheke.

Das wird nach dem Willen von Verwaltung und Politik allerdings nicht passieren, denn der Planungsausschuss hat sich bei seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dafür ausgesprochen, den für diesen Bereich geltenden Bebauungsplan „Drostegärten“ zu ändern. Damit hat er dem Ansinnen des Investors aufgrund der 2017 vom Rat beschlossenen Zielsetzung des Einzelhandelskonzeptes quasi in letzten Minute einen Riegel vorgeschoben. Hintergrund der Entscheidung sind dabei die sogenannten zentrenrelevanten Sortimente, die in dem Papier im Detail festgeschrieben sind.

Im Laufe der Sitzung wurde auf Nachfrage von Gerd Klünder (Grüne) deutlich, dass Stadt und Kreis bei diesem Projekt durchaus unterschiedlicher Auffassung sind. Befürchtungen des Kommunalpolitikers, „das Kind könne bereits in den Brunnen gefallen sein“, widersprach Baubereichsleiter Markus Weber . Bislang, so der Verwaltungsfachmann, sei die Nutzungsänderung lediglich beantragt, daher sei seitens der Kommune der Zug noch nicht abgefahren.

Klaus-Werner Heger (SPD) unterstrich für seine Fraktion, dass eine starke Altstadt wichtig sei und daher deren Schutz Priorität haben müsse. Bezüglich des in der direkten Nachbarschaft des Projektes ansässigen Elektro-Fachgeschäftes betonte Baubereichsleiter Markus Weber, dass durch die Änderung des Bebauungsplanes lediglich Regeln für die Zukunft aufgestellt würden. Daher werde das Geschäft nicht eingeschränkt.

Rechtliche Bedenken gegen das Vorgehen äußerte Detlev Dierkes (FDP). Er sprach sogar von einer „unzulässigen Verhinderungsplanung“.

Von dieser städtebaulichen Neuordnung betroffen ist der Bereich, der sich südlich der Trasse Steinstraße/Baßfeld/Kreisverkehr und östlich angrenzend an die Alverskirchener Straße befindet. Im Norden wird das Areal durch die Mozart­straße, im Osten durch Wohnbebauung an der Brahmsstraße, im Westen durch die Alverskirchener Straße sowie im Süden durch die Beethovenstraße begrenzt.

Als Begründung für die Haltung der Stadt heißt es: „Die Stadt verfolgt das Ziel, Einzelhandelsansiedlungen, insbesondere mit sogenannten zentrenrelevanten Sortimenten in den zentralen Versorgungsbereich zu lenken und dort die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Dieses Ziel der Entwicklung des zentralen Versorgungsbereiches wird an anderer Stelle durch den Ausschluss von Einzelhandelsnutzungen unterstützt.“

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