Felder und Grünanlagen in Telgte bewässern
Abwasser sinnvoll nutzen

Telgte -

Was passiert, wenn es lange nicht regnet, das haben auch die Menschen in Telgte in den beiden zurückliegenden Sommern gemerkt. Vieles ist vertrocknet. Jetzt wird geprüft, ob gereinigte Abwässer nicht für die Bewässerung von Feldern und Grünanlagen genutzt werden können.

Donnerstag, 24.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 11:56 Uhr
Wasser ist an vielen Orten dieser Welt knapp. Auch in Telgte wurde in den zurückliegenden beiden Sommern deutlich, wie wichtig es ist, mit diesem kostbaren Gut verantwortungsvoll umzugehen.
Wasser ist an vielen Orten dieser Welt knapp. Auch in Telgte wurde in den zurückliegenden beiden Sommern deutlich, wie wichtig es ist, mit diesem kostbaren Gut verantwortungsvoll umzugehen. Foto: Jeschke

Wasser ist ein kostbares Gut. Das wurde nicht zuletzt in den Sommern 2018 und 2019 deutlich, als wegen der anhaltenden Hitze und der damit verbundenen Trockenheit vielerorts dazu aufgerufen wurde, Wasser zu sparen. Teils war es sogar untersagt, im Garten den Rasen mit Trinkwasser zu sprengen.

Die CDU-Fraktion hat nun beim Abwasserbetrieb TEO angefragt, ob es nicht möglich wäre, gereinigtes Abwasser – täglich werden immerhin 4000 Kubikmeter Schmutzwasser verarbeitet –, das aktuell nach dem Klärprozess in die Ems eingeleitet wird, anderweitig zu verwenden. Gedacht wird daran, mit dem Wasser öffentliche, aber auch private Grünanlagen wie auch landwirtschaftliche Kulturen zu bewässern. Zudem wird angeregt, das feuchte Nass auf Feuchtwiesen und in Biotope umzuleiten und damit durch Versickerung dem Grundwasser in Telgte zukommen zu lassen.

„Technisch ist das mit einem gewissen Aufwand möglich“, sagt Thomas Taugs , Vorstand des Abwasserbetriebs TEO. Das Ganze sei logistisch mit Problemen verbunden, da die Kläranlage nicht dafür ausgelegt sei, dass das Wasser dort abgeholt wird. Trotzdem habe der Abwasserbetrieb bei der Bezirksregierung angefragt, ob die von der CDU vorgeschlagene Nutzung des Wassers generell möglich sei. Derzeit hat TEO lediglich ein Einleitgenehmigung für die Ems.

Taugs sieht zwei Probleme. Das Abwasser sei nach dem Durchlauf durch die Kläranlage zwar zu 98 Prozent gereinigt. Zwei Prozent der Schadstoff seien darin aber noch enthalten. In der Ems werde der Reinigungsprozess fortgesetzt. „Wir leiten also kein Trinkwasser ein“, so Taugs. Nun stelle sich die Frage, ob dieses Wasser auf Feldern ausgebracht werden dürfe, auf denen später Getreide oder andere Feldfrüchte wachsen und gedeihen.

Ein zweiter Punkt ist für Taugs, dass die in die Ems eingeleitete Wassermenge auch dem Fluss gut tue. Gerade in so heißen Sommern wie zuletzt, als der Wasserstand teils dramatisch absank.

Nun muss die Bezirksregierung klären, ob es möglich sein könnte, die Nutzungsgenehmigung für das gereinigte Abwasser zu ändern.

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