Neues Feuerwehr-Gerätehaus in Westbevern
Retourkutsche oder berechtigte Einwände?

Westbevern -

Die Planungen für das neue Feuerwehr-Gerätehaus in Westbevern werden weiter vorangetrieben. Die Beschwerde eines Bürgers wurde vom Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschuss einstimmig abgelehnt.

Donnerstag, 14.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 15.11.2019, 10:38 Uhr
Auf diesem Areal, das bisherige Gerätehaus ist im Hintergrund zu erkennen, soll eine neue Wache für Westbevern entstehen. Edmund Meyer hat dagegen massive Bedenken geäußert.
Auf diesem Areal, das bisherige Gerätehaus ist im Hintergrund zu erkennen, soll eine neue Wache für Westbevern entstehen. Edmund Meyer hat dagegen massive Bedenken geäußert. Foto: Große Hüttmann

Edmund Meyer , Architekt und seit Jahren ein kritischer Begleiter der Feuerwehr-Standortplanungen, hat sich jetzt auch bezüglich des neuen Standortes für eine Wache in Westbevern zu Wort gemeldet. In einer mehrseitigen Beschwerde nach Paragraf 24 der Gemeindeordnung NRW an die Vertreter der verschiedenen Ratsfraktionen sowie an die Verwaltung führt er eine Vielzahl von Gründen an, die seiner Meinung nach gegen eine Bebauung des bereits von der Stadt gekauften Grundstücks wenige Meter westlich des bisherigen Standortes sprechen.

Nach Ansicht des Architekten steht das Vorhaben nicht nur im Widerspruch zu den Darstellungen des Flächennutzungsplanes, sondern widerspreche auch der natürlichen Eigenart der Landschaft. Zudem beeinträchtige das Vorhaben die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege und stelle bei einer Verwirklichung eine „nachhaltige Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ dar. Weiterhin weist Edmund Meyer in seinen Ausführungen darauf hin, dass das Bauvorhaben im Überschwemmungsbereich der Bever liege und dass durch die geplante Geländeerhöhung eine Beeinträchtigung des Hochwasserabflusses zu erwarten sei. Mit zahlreichen weiteren Gründen, insgesamt 16 an der Zahl, untermauert der Telgter seine Meinung.

Dass sich Meyer so gut mit dieser Fläche auskennt, beruht vor allem darauf, dass er vor rund zehn Jahren an quasi gleicher Stelle einen Lebensmittelmarkt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche geplant hat. Der Vorbescheid für das Vorhaben wurde seinerzeit vom Kreis Warendorf nicht erteilt.

„Der Kreis kann die Erteilung der Baugenehmigung nicht in Aussicht stellen, da er bereits 2009 eine eindeutige Ablehnung für die Bebauung auf diesem Grundstück erteilt hat. Das Verwaltungsgericht hat zudem mit einem Urteil die Unzulässigkeit der Bebauung festgestellt“, schreibt der Architekt.

Einstimmig lehnten die Mitglieder des Haupt- und Wirtschaftsförderungsausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung die Beschwerde ab. In einer kurzen Diskussion hatten einige Mitglieder des Ausschusses zuvor zu den Einwendungen des Architekten Stellung genommen.

Bernhard Drestomark (Grüne) betonte, dass es im öffentlichen Interesse sei, an dieser Stelle ein Feuerwehr-Gerätehaus zu errichten. Dieses Vorhaben sei nicht mit dem vor rund zehn Jahren abgelehnten Discounter gleichzusetzen. Das sah Bürgermeister Wolfgang Pieper sehr ähnlich. Es würden in dem Schreiben lediglich Fakten aufgezählt, die seinerzeit gegen den Markt gesprochen hätten.

Zudem, so Pieper, stochere die Stadt bei dem Vorhaben nicht im Nebel, sondern habe im Vorfeld parallel zu den ersten Überlegungen bereits informelle Anfragen an die Bezirksregierung, den Kreis Warendorf und Straßen.NRW gestellt. Die Antworten hätten die Verwaltung ermutigt, die Planungen voranzutreiben. Für den Hochbau, das kündigte Pieper an, sei ein Architektenverfahren geplant.

Christoph Boge (CDU) wiederum hatte angesichts der von Edmund Meyer aufgeworfenen Fragen leichte Bedenken. „Es wird eine Reihe von Argumenten aufgeführt, die eine Relevanz für das Gerätehaus haben könnten“, sagte er.

Das sahen Gerd Klünder (Grüne) und Klaus Resnischek (SPD) durchaus anders. Sie sprachen klar von einer „Retourkutsche“ für die seinerzeitige Versagung der Baugenehmigung.

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