Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Zahlen lassen aufhorchen

Telgte -

Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Sekundarschule hatten zusammen mit ihren Lehrern den Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Telgte inhaltlich mit vorbereitet.

Montag, 25.11.2019, 16:00 Uhr
Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Sekundarschule hatten zusammen mit ihren Lehrern den Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen inhaltlich mit vorbereitet.
Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Sekundarschule hatten zusammen mit ihren Lehrern den Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen inhaltlich mit vorbereitet. Foto: Große Hüttmann

Ein wenig Stolz klang in den Worten von Irmgard Baader, Sozialarbeiterin am Schulzentrum, mit: „Telgte befindet sich in guter Gesellschaft, denn weltweit werden heute insgesamt 8000 Fahnen gehisst“, sagte sie im Rahmen einer Aktion anlässlich des internationalen Gedenktages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Im Beisein des stellvertretenden Bürgermeisters Karl-Heinz Greiwe , Vertreterinnen des Frauenhauses und der Schulen sowie der Gleichstellungsbeauftragten Martina Wiedeler wurde eine Fahne als äußeres Zeichen gehisst.

Inhaltlich hatten sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Sekundarschule auf vielfältige Weise mit dem Thema beschäftigt. Die Ergebnisse trugen die Jugendlichen vor und hefteten sie zudem an eine Pinnwand, die noch eine Woche lang in der Pausenhalle stehen wird.

Dass die Zahlen erschreckend sind, das hatte der stellvertretende Bürgermeister Karl-Heinz Greiwe betont. Jede dritte Frau sei statistisch gesehen schon einmal Opfer von Gewalt geworden. Zudem gebe es jeden Tag ein Todesopfer sowie jährlich etwa 11 800 Fälle von gefährlicher Körperverletzung.

Laura Brink vom Frauenhaus, die zusammen mit einer Kollegin an der Gedenkfeier teilnahm, betonte die Notwendigkeit von Frauenhäusern, um den von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen eine Zufluchtsstätte bieten zu können. „Etliche Frauen, die zu uns kommen, erfahren das erste Mal bei uns, dass sie auch Rechte haben“, sagte sie unter anderem. Im Vorfeld war der internationale Gedenktag nach Angaben von Brink auch ein Gesprächsthema bei den Bewohnerinnen des Frauenhauses. „Alle haben sich sehr darüber gefreut, dass Telgte daran teilnimmt und dass Schüler an der Vorbereitung beteiligt sind“, sagte sie. Denn nur durch eine entsprechende Sensibilisierung der Bevölkerung könne etwas erreicht werden.

„Gewalt finde am häufigsten in Beziehungen statt. Das Risiko, durch den Partner Gewalt zu erfahren, ist höher als das, durch einen Fremden tätlich angegriffen zu werden“, betonte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Martina Wiedeler am Rande der Aktion. Dabei seien übrigens Bildung, Alter, Einkommen oder Religionszugehörigkeit völlig bedeutungslos.

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