Mobilitätsforscher in Telgte
„Ausbau ist keine Lösung“

Telgte -

Professor Dr. Andreas Knie, Mobilitätsforscher aus Berlin, war bei der Bürgerinitiative B 51 Telgte zu Gast und präsentierte interessante Gedanken.

Freitag, 29.11.2019, 15:30 Uhr
Humor-, temperamentvoll und provokant waren die Ausführungen des Mobilitätsforschers Dr. Andreas Knie.
Humor-, temperamentvoll und provokant waren die Ausführungen des Mobilitätsforschers Dr. Andreas Knie. Foto: BI B 51

Professor Dr. Andreas Knie aus Berlin stellt bei seinem Vortrag auf Einladung der Bürgerinitiative B 51 Telgte alles auf den Prüfstand und in Frage: kostenfreie Parkplätze im öffentlichen Raum, Begrenzung der kostenpflichtigen Mitnahme von Mitfahrern, als Lösung des Mobilitätsstaus auf den Öffentlichen Personennahverkehr setzen – sein Überblick über die augenblickliche Debatte und die Perspektiven der jungen Leute ließen manchen Zuhörenden nachdenklich zurück.

„Die jungen Leute haben ihr Zuhause immer bei sich“, postulierte er. Brauchte die ältere Generation dazu noch einen eigenen Raum, setzen junge Leute Kopfhörer auf, schauen in ihr Handy und seien in ihrer Welt. Dort werde es demnächst auch alle Mobilitätsangebote sofort greifbar geben, sei es der E-Scooter, die Mitfahrgelegenheit, das E-Auto als Sharingangebot oder die U-Bahn-Station.

Auf dem Land sei das etwas anders. Da würden autonomes Fahren, Shuttlesysteme und Sharingprojekte auch unter Nachbarn das Privatauto ersetzen müssen. „Weil Telgte ja nun auch keine Großstadt ist“, lud er die Anwesenden direkt zu einem Pilotprojekt und Modellversuch ein. „Rufen Sie mich einfach an.“ Diesem Angebot wollten einige der Anwesenden direkt nachkommen.

„Aber ich werde mein Auto nicht gleich abschaffen“, gab eine Zuhörerin nach der Veranstaltung kund. Darum ging es auch nicht. Zu Anfang reichten, so Knie, weniger gefahrene Kilometer durch eine klügere Nutzung des vorhandenen Verkehrs, weniger Transporte und mehr digitale Unterstützung. „Wir brauchen viele, die mitmachen“, erklärte der Experte.

„Ein vierspuriger Ausbau der Straße als Lösung der Mobilitätsfrage war nicht in diesem Portfolio“, sagte Maria Odenthal-Schnittler, Vorsitzende der BI. „Allerdings hat Herr Knie uns auch klargemacht, dass wir nicht die einzigen sind, die unter solchen Planungen leiden.“ Das habe Auswirkungen auf die Wahrnehmung bei den Entscheidern.

Inspiriert gingen die Teilnehmenden diskutierend nach Hause.

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