Museum Religio in Telgte
25 Jahre Museumsneubau

Telgte -

Seit einem Vierteljahrhundert existiert der Neubau des Museums Religio. Das wurde nun mit einem Festakt gefeiert.

Sonntag, 01.12.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 18:12 Uhr
Feierten gemeinsam das 25-jährige Bestehen des Museumsneubaus: (v.l.) Bürgermeister Wolfgang Pieper, Stadtdirektor a.D. Hubert Rammes, Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, Alois Döring (Vorsitzender Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen), Martina Grote (Geschäftsführerin NRW-Stiftung), Professorin Heike Hanada, Stadtplaner Norbert Hensel (Büro Kleihues), Landrat Dr. Olaf Gericke, Günther Sunderhaus (Büro Kleihues), Professor Jan Kleihues, Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW-Stiftung) und Friedrich Wolters (Architekt).
Feierten gemeinsam das 25-jährige Bestehen des Museumsneubaus: (v.l.) Bürgermeister Wolfgang Pieper, Stadtdirektor a.D. Hubert Rammes, Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, Alois Döring (Vorsitzender Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen), Martina Grote (Geschäftsführerin NRW-Stiftung), Professorin Heike Hanada, Stadtplaner Norbert Hensel (Büro Kleihues), Landrat Dr. Olaf Gericke, Günther Sunderhaus (Büro Kleihues), Professor Jan Kleihues, Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW-Stiftung) und Friedrich Wolters (Architekt). Foto: Pohlkamp

Mit einem Festakt wurde am Freitagabend im Museum Religio das 25-jährige Bestehen des Museumsneubaus von Josef Paul Kleihues gefeiert. Museumsleiterin Dr. Anja Schöne begrüßte dazu zahlreiche Gäste, vor allem auch Wegbereiter der ersten Stunde. Sie erinnerte an die Jahre der Entwicklung und die Entstehung des Gebäudes. Der seinerzeit in der Bevölkerung kritisch gesehene Museumsneubau sei für das Telgter Stadtbild ein wichtiger Baustein, und sie sei sicher, „dass sich die Telgter mit diesem Museum inzwischen angefreundet haben.“ Das Land NRW hatte den Museumsneubau ebenso gefördert wie der Landschaftsverband Westfalen.

Für Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung, ergänzen sich moderne Architektur und historische Altstadt auf ideale Weise. Die NRW-Stiftung gratulierte mit einer großen Spende. Uhlenberg und Stiftungs-Geschäftsführerin Martina Grote überreichten Anja Schöne eine Förderzusage für die im kommenden Jahr geplante Ausstellung „Muslime in Deutschland“ in Höhe von 10 000 Euro.

Auch Landrat Dr. Olaf Gericke ist „stolz“ auf das Museum Religio und auf das moderne Museumsgebäude. Zur damaligen Diskussion sagte er, dass jede Generation ihre eigenen Akzente setze. Tradition und Fortschritt seien hier sichtbar. Der „Museumsneubau“ füge sich hervorragend in die Umgebung ein.

Bürgermeister Wolfgang Pieper hat sich mit dem Museumsneubau lange angefreundet. Das Gebäude sei zur richtigen Zeit am richtigen Ort entstanden. In seinem Grußwort nahm er die Gäste mit auf seinen fotografischen Rundgang durch das Gebäude. Baumaterialien wie Sandstein, Kupfer und Glas spielten in seiner Analyse eine wesentliche Rolle. „Das Gebäude korrespondiert mit den Nachbargebäuden“, so Pieper. Um dann humorvoll auf die Diskussion in der Bevölkerung vor 25 Jahren zurückzuschauen: „Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, dass Telgte mit diesem Gebäude einmal gefremdelt hat.“ Wobei in diesem Moment viele im Publikum lächeln mussten. Wolfgang Pieper bedankte sich schließlich für das große Geschenk, das Telgte mit diesem modernen Gebäude seinerzeit erhalten habe.

Heike Hanada, Professorin am Lehrstuhl Gebäudetypologien an der Technischen Universität Dortmund, hielt den Festvortrag. Sie erinnerte mit ihrem poetischen und philosophischen Nachdenken an den 2004 verstorbenen Architekten Josef Paul Kleihues, der zu den bedeutendsten Architekten und Städtebauern in Deutschland zählte. Er hatte vor 25 Jahren in der Altstadt einen städtebaulichen Kontrapunkt zur benachbarten barocken Wallfahrtskapelle geschaffen. Als zeitlosen „poetischen Rationalismus“ bezeichnete Hanada das „Jubiläumsgebäude“. „Seine zurückhaltende Eleganz, die das Material und die Konstruktionen sprechen lassen, all dieses ist zeitlos und ebnet dem Haus den Weg in die Zukunft ohne modische Allüren, ohne übertriebene futuristische Perspektiven.“

Alle Redner machten deutlich, dass der Museumsneubau architektonisch sehr eigenständig sei mit seiner klaren Linienführung und seiner kubischen Gestalt. Die Baumaterialien Sandstein und Kupfer wurden allerdings in den Neubau übernommen. Diese Übereinstimmung und die gleichzeitige Gegensätzlichkeit kennzeichnete Heike Hanada mit den lateinischen Worten von Kleihues als „coincidentia oppositorum“ – „Zusammenfall der Gegensätze“.

Der Festakt endete mit einem geselligen Beisammensein.

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