Baugebiet Telgte Süd
Kaltes Nahwärmenetz

Telgte -

Ein sogenanntes „kaltes Nahwärmenetz“ könnte Bestandteil des Baugebietes Telgte Süd werden, soll es doch CO²-neutral plant werden.

Mittwoch, 04.12.2019, 18:00 Uhr
Das Baugebiet Telgte Süd soll CO²-neutral geplant werden. Ein Teil könnte ein „kaltes Nahwärmenetz“ sein.
Das Baugebiet Telgte Süd soll CO²-neutral geplant werden. Ein Teil könnte ein „kaltes Nahwärmenetz“ sein. Foto: eb

Einen großen Schritt beim Klimaschutz will die Stadt Telgte auch beim Thema Bauen machen. Daher soll das Baugebiet Telgte Süd CO-neutral geplant werden. Ein wichtiger Baustein ist dabei nach Angaben von Reiner Tippkötter von der Firma „Energielenker“ die Heizung der Gebäude. Nach einer eingehenden Untersuchung verschiedener Varianten bevorzugen die Experten derzeit ein sogenanntes „kaltes Nahwärmenetz“.

Üblicherweise hat die Wärmeversorgung über Fernwärmenetze eine sogenannte Vorlauftemperatur von 70 bis über 100 Grad Celsius. Ein „kaltes Netz“ wiederum kommt mit sehr geringen Temperaturen aus, die an einer zentralen Stelle aus dem Erdreich geholt werden. Zwischen 8 und 20 Grad Celsius reichen. Für die Wärme in den Häusern sorgen wiederum dezentrale Wärmepumpen.

Als zusätzlichen Pluspunkt stellte Tippkötter heraus, dass das Netz in den heißen Sommermonaten problemlos zur Kühlung der Räumlichkeiten verwandt wird. „Stromfressende Klimaanlagen in den Gebäuden entfallen damit“, sagte er. Angesichts von immer heißeren Sommern sei das Thema Kühlung zwar ein „Luxusproblem“, gewinne aber langfristig sicher immer mehr an Bedeutung.

Vor den Mitgliedern des Planungsausschusses betonte Bürgermeister Wolfgang Pieper , dass eine Entscheidung über ein solches „kaltes Netz“ eine Systementscheidung sei. Sprich: Es werde dann kein Abkoppeln einzelner Haushalte geben können. Der in Baugebieten sonst übliche Gasanschluss entfalle ebenfalls. Die Stadtwerke Ostmünsterland hatten im Verfahren eine doppelte Rolle: Sie waren Impulsgeber für das Ganze. Außerdem wären sie bei einer positiven Entscheidung der Politik bereit, das Netz zu betreiben.

Auf Nachfrage von Christoph Boge (CDU) betonte Tippkötter, dass ein solches „kaltes Wärmenetz“ im näheren Umkreis ein absolutes Novum sei. In Bayern beispielsweise gebe es entsprechende Vorbilder. Die Kosten für die Wärme seien absolut konkurrenzfähig mit anderen Alternativen. Und je nach Ausgestaltung könnte der Häuslebauer eine eigene Wärmepumpe einbauen oder auch diesen Part an die Stadtwerke abgeben, also ein „Rundum-Sorglos-Paket“ buchen.

Auch wenn die Lösung für Klaus-Werner Heger (SPD) Charme habe, er meldete Zweifel bezüglich eines einzigen Anbieters an. „Der ist dann Monopolist und könnte seine Situation ausnutzen“, sagte er. Bürgermeister Pieper widersprach dem. Als kommunales Unternehmen habe die Stadt Einfluss auf die Stadtwerke. Zudem würden langfristige Lieferverträge geschlossen, die letztlich dem Einzelnen eine große Sicherheit bei den Preisen geben würden.

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