Orgel in der Telgter Wallfahrtskapelle
Klang an den Raum angepasst

Telgte -

Marco Ellmer benötigt viel Gelassenheit und ein gutes Gehör. Denn der Intonateur ist für das Stimmen von Orgeln aus dem Hause Seifert in Kevelaer zuständig. Am Donnerstag gab er der neuen Orgel in der Wallfahrtskapelle den letzten Schliff. 366 Pfeifen hatte er zu stimmen.

Donnerstag, 12.12.2019, 20:00 Uhr
Marco Ellmer (r.) stimmte am Donnerstag die neue Orgel in der Wallfahrtskapelle. Kantor Michael Schmitt schaute ihm zwischendurch bei den Arbeiten über die Schulter und freute sich bereits, kurz darauf erstmalig die „Königin der Instrumente“ zu spielen.
Marco Ellmer (r.) stimmte am Donnerstag die neue Orgel in der Wallfahrtskapelle. Kantor Michael Schmitt schaute ihm zwischendurch bei den Arbeiten über die Schulter und freute sich bereits, kurz darauf erstmalig die „Königin der Instrumente“ zu spielen. Foto: Große Hüttmann

Marco Ellmer benötigt bei seiner Tätigkeit vor allem zwei Dinge: Gelassenheit und ein gutes Gehör. Denn der Intonateur ist für das Stimmen von Orgeln aus dem Hause Seifert in Kevelaer zuständig. Am Donnerstag gab er der neuen Orgel in der Wallfahrtskapelle den letzten Schliff. Das bedeutet, er stimmte die 366 Pfeifen des Instruments. Bis zu zehn Mal hatte er dabei jede Einzelne in der Hand, bis alles klanglich aufeinander abgestimmt war. „Dabei geht es auch darum, den Klang an den Raum anzupassen“, erläutert der Fachmann.

Bereits beim Gottesdienst am heutigen Freitag soll das neue Instrument erstmalig erklingen. Das ist wiederum ein ganz besonderer Moment für Kantor Michael Schmitt . Der Organist freut sich bereits seit Monaten auf die neue „Königin der Instrumente“, denn nach den Umbauarbeiten in der Kapelle musste das alte Instrument bereits vor längerer Zeit weichen. An seiner Stelle wurde ein weiterer Kerzenständer installiert.

„Die Konstruktion dieser Orgel war für die Experten eine große Herausforderung“, erläutert Michael Schmitt. Denn die Vorgabe war, dass das Instrument von seinen Ausmaßen her in die zugemauerte Türnische an der Seite zu Bußmann passt und zugleich nicht störend in den Raum hineinragt. Am Ende musste ein Kompromiss zwischen der optimalen Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes und den Anforderungen an das Instrument gefunden werden. „Ob das gelungen ist, werde ich erfahren, wenn ich mich das erste Mal an die Orgel setze“, sagt Schmitt – und ist bereits positiv gespannt.

Bereits am Donnerstagabend, Marco Ellmer hatte seine Arbeit gerade beendet, setzte sich der Organist erstmalig an die Tasten, um sich an das neue Instrument zu gewöhnen. Einige Tage werde es dauern, bis er letztlich absolut sicher in der Bedienung sei. Denn: „Jede Orgel ist ein Unikat und hat kleine Unterschiede und Feinheiten, die man wissen und zum Teil auch erlernen muss“, sagt Michael Schmitt.

Eines aber wird keine Probleme mehr bereiten, denn bei der alten Orgel in der Kapelle hatten die Erbauer seinerzeit, um Platz zu sparen, an den Maßen des Spieltisches Abstriche vorgenommen. Das neue Instrument entspricht hingegen den gängigen Vorgaben.

85 000 Euro hat die neue „Königin der Instrumente“ gekostet. Der Einbau ist eines der letzten Projekte im Rahmen der umfangreichen Renovierung der Wallfahrtskapelle. Im kommenden Jahr sollen dann noch neue Bänke für den Gottesdienstraum angeschafft werden.

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