Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Telgte
Viele Meisen – wenig Spinner

Telgte -

Der Eichenprozessionsspinner hat auch im Jahr 2019 für Aufregung gesorgt. Um die Bürger vor dem Kontakt mit den Brennhärchen der Raupe zu schützen, mussten immer wieder Flächen gesperrt werden. Die Stadt setzt bei der Bekämpfung nun auf einen natürlichen Fressfeind der Raupe.

Mittwoch, 18.12.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 19.12.2019, 13:20 Uhr
Die Brennhärchen der Raupe des Eichenprozessionsspinners sorgen für Hautirritationen und Verbrennungen. Meisen sollen nun helfen, das Problem zu vermindern.
Die Brennhaare der Raupe des Eichenprozessionsspinners sorgen für Hautirritationen und Verbrennungen. Meisen sollen nun helfen, das Problem zu vermindern. Foto: dpa/ohw

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) haben in Telgte in den vergangenen Jahren vielerorts für helle Aufregung gesorgt. Insbesondere an Schulen, Kitas und auf öffentlichen Plätzen mussten immer wieder Flächen abgesperrt werden, um die Gefahr, dass jemand mit den Brennhaaren der Raupe in Berührung kommt, zu minimieren.

Die sehr feinen Haare der Raupe, die ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten, können beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Teils heftige Hautreaktionen sind die Folge. Bei Einatmen können die Härchen aber auch zu Reizungen von Mund- und Nasenschleimhaut mit Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma als Folge führen.

Wirklich Herr ist bislang niemand dieser Plage geworden, weder in Telgte noch anderswo. Die Stadt Telgte geht nun vorbeugend einen anderen Weg. Da Meisen natürliche Fressfeinde des Spinners sind, werden Anfang 2020 rund 50 Nistkästen aufgehängt, die bei einem Schulprojekt an der Sekundarschule an der Marienlinde entstanden sind. Die Population der Vögel soll damit vergrößert werden.

„Inwieweit andere biologische Bekämpfungsarten wie beispielsweise der Einsatz von Schlupfwespen oder Nematoden möglich und sinnvoll sind, muss abgewartet werden. Hier müssen die Erfahrungen aus anderen Städten, insbesondere aus den Niederlanden erfragt werden“, erklärt Ihno Gerdes vom Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt. Ob vor dem Hintergrund der Förderung der natürlichen Fressfeinde zusätzlich der Einsatz eines Biozids sinnvoll sei, müsse abgewogen werden. In diesem Jahr habe der Einsatz dieses Mittels nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Das könne, so Gerdes, aber auch daran gelegen haben, dass es zu spät zum Einsatz gekommen sei.

Die Stadt hat mit einem Telgter Fachbetrieb die Vereinbarung getroffen, dass dieser ausschließlich für die Stadt Telgte tätig sein wird. Mit einer weiteren Firma sind die Verantwortlichen in Gesprächen. Ziel ist es, bei einem massiven Auftreten in 2020 schnell und intensiv mit der Bekämpfung beginnen zu können.

Auch der Baubetriebshof wird eingebunden. Die Mitarbeiter werden potenziell betroffene Bereiche kontrollieren und – wenn nötig – frühzeitig durch das Aufstellen von Hinweistafeln auf die Gefahren aufmerksam machen. „Grundsätzlich wird weiterhin so vorgegangen, dass die Bäume an Schulen, Kindergärten, Kinderspielplätzen und Schulwegen als Erstes kontrolliert und dort die Bäume von den Nestern befreit werden“, erklärt Ihno Gerdes. Ob darüber hinaus  aus Bäumen in weiteren Bereichen Nester entfernt werden, will die Verwaltung im Einzelfall entscheiden.

„Dabei muss immer berücksichtigt werden, dass es leider nicht gelingen wird, die Gefahr gänzlich zu beseitigen“, ist Gerdes wenn optimistisch.

Bei Nestern in Bäumen privater Gärten steht der Eigentümer selber in der Verantwortung und muss für sich entscheiden, ob die Nester beseitigt werden. Ihno Gerdes rät den Bürgern, dafür eine Fachfirma hinzuzuziehen. Zumindest sollten aber wirksame Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um nicht mit den Brennhaaren in Kontakt zu kommen.

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