Telgtes Politik soll die Windvorrangzonen aufheben
200-Meter-Windrad in Planung

Telgte -

Die Familie Fockenbrock möchte in der Fockenbrocks Heide unweit der Grenze zu Ostbevern eine 200 Meter hohe Windkraftanlage errichten. Eine Vielzahl von Vorarbeiten sind bereits erledigt worden. Doch jetzt muss die Politik noch Hindernisse aus dem Weg räumen.

Freitag, 03.01.2020, 20:00 Uhr
Hoffen am im Hintergrund zu sehenden Waldrand eine Windkraftanlage errichten zu können: (v.l.) Manfred Fockenbrock, Uschi Fockenbrock, Paul Holtkamp, Stefan Fockenbrock und Leon Fockenbrock.
Hoffen am im Hintergrund zu sehenden Waldrand eine Windkraftanlage errichten zu können: (v.l.) Manfred Fockenbrock, Uschi Fockenbrock, Paul Holtkamp, Stefan Fockenbrock und Leon Fockenbrock. Foto: Flockert

Die Familie Fockenbrock möchte nordöstlich ihres Hofes in der Fockenbrocks Heide eine 200 Meter hohe Bürgerwindkraftanlage errichten, die elf bis zwölf Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom pro Jahr produzieren soll. „Aus klimapolitischen Überzeugungen“, sagt Manfred Fockenbrock. „Wir haben keine Zeit mehr, wollen wir den Klimawandel noch stoppen. Jetzt gilt es, global zu denken und lokal zu handeln.“

Doch es gibt auch einen Haken: Der vorgesehene Standort liegt außerhalb der vor vielen Jahren festgezurrten Windvorranggebiete. Eine Anlage wäre dort nur genehmigungsfähig, würden diese Konzentrationszonen aufgehoben. Deshalb hat Fockenbrock alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Politik dazu zu bewegen, die Vorrangzonen aufzuheben, um Windräder auch an Einzelstandorten zu ermöglichen. Einen Antrag auf Genehmigung einer Bürgerwindkraftanlage hat er bei Bürgermeister Wolfgang Pieper eingereicht. Am kommenden Donnerstag wollen sich Vertreter der Ratsfraktionen in einem Workshop mit dem künftigen Umgang mit Windkraft beschäftigen. Manfred Fockenbrock hofft darauf, dass sich die Fraktionen auf die Aufhebung der bisherigen strikten Festsetzungen verständigen. Dann könnte auch der Kreis Warendorf grünes Licht zu einem Einzelwindrad in der Fockenbrocks Heide unweit der Grenze zu Ostbevern geben.

Wichtig ist der Familie Fockenbrock, das Projekt auf viele Schultern zu verteilen. „Mindestens sollen zehn ortsansässige Anwohner beteiligt werden“, erklärt Manfred Fockenbrock. „Es geht überhaupt nicht darum, dass sich einzelne Leute die Taschen vollmachen.“ Alle gemeinsam sollen die Investition von rund 5,4 Millionen Euro stemmen. Gedacht ist auch daran, die Stadtwerke Ostmünsterland mit ins Boot zu holen.

Oftmals scheitern Windkraftprojekte auch an dem zu geringen Abstand zu den Nachbarn. Schallemissionen und Schattenwurf sorgen vielfach für Ablehnung. Hier scheint es in der Fockenbrocks Heide allerdings keine Probleme zu geben. Der einzige direkt betroffenen Nachbar ist die Familie Holtkamp, die dem Bau der Anlage aber positiv gegenüber steht, wie Paul Holtkamp bestätigte. Im Radius von 1100 Metern zum geplanten Standort sind zudem alle Anwohner umfangreich informiert worden. Manfred Fockenbrock rechnet von dieser Seite nicht mit Einwänden.

Auch die Landwirtschaftskammer und das Planungsbüro BB Wind aus Münster befürworteten den Standort. Zudem sei der vorgesehene Standort über die sogenannte „Nato-Straße“ entlang der Stadtgrenze zu Ostbevern problemlos erreichbar. Außerdem hielten die Stadtwerke die Anbindung der Windkraftanlage an die naheliegende 30-KV-Leitung für problemlos machbar.

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