Landwirte diskutieren in Telgte mit Bundesumweltministerin
Viele Fragen und Befürchtungen

Telgte -

Hunderte Landwirte nahmen am Samstagabend an der Diskussion vor dem Bürgerhaus nach dem Neujahrsempfang der Stadt Telgte teil. Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte sich dabei den Fragen der Bauern.

Samstag, 11.01.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 15:09 Uhr
Martin Wickensack, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, hatte etliche Fragen an Bundeslandwirtschaftsministerin Svenja Schulze.
Martin Wickensack, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, hatte etliche Fragen an Bundeslandwirtschaftsministerin Svenja Schulze. Foto: Große Hüttmann

Ende November hatte Martin Wickensack, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Telgte/Westbevern, noch zusammen mit rund 40 000 Berufskollegen vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung demonstriert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hatte ihn dabei nach eigenen Angaben stark enttäuscht, als sie nach rund vier Minuten die Bühne verließ.

„Da fehlten mir die Worte. So einen Abgang habe ich auf politischer Ebene noch nicht erlebt, und dafür möchte ich heute eine Erklärung“, sagte er am Samstagabend nach dem Neujahrsempfang der Stadt Telgte im Bürgerhaus.

Treckerkorso und Landwirte-Protest anlässlich des Neujahrsempfangs in Telgte

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Denn als Festrednerin war Bundesumweltministerin Svenja Schulze in die Emsstadt gekommen, und nach dem Empfang nahm sich die hochrangige Politikerin rund eine Stunde Zeit – mehr als geplant –, um sich den Fragen der Landwirte zu stellen. Die waren mit den Antworten überwiegend wenig zufrieden, das war immer wieder an Unmutsäußerungen festzustellen. Dennoch war Diskussion auf dem Bürgerhaus-Vorplatz geprägt von einer großen gegenseitigen Rücksichtnahme.

Und eine Erklärung, warum sie in Berlin nach wenigen Minuten wieder die Bühne verlassen hatte, hatte die Bundesministerin für Martin Wickensack auch: „Weil mir die ersten Reihen nach kurzer Zeit den Rücken zugedreht und mich eine Ideologin geschimpft haben“, sagte sie. Eine wirkliche Diskussionsgrundlage und ein Sachinteresse sei daher für sie nicht mehr feststellbar gewesen.

Wickensack hatte sich, auch wenn ihm zu Beginn ein wenig die Stimme stockte, gut auf seinen Auftritt vor dem Bürgerhaus vorbereitet. Im Namen seiner Berufskollegen unterstrich er gegenüber der Ministerin, dass der von ihr immer wieder geforderte Insektenschutz für die Bauern schon seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit sei. Mit Blick auf den Grundwasserschutz bezeichnete er auch diesen als ein Anliegen der Landwirtschaft, die aber kein Verständnis dafür habe, dass eine Messstelle beispielsweise neben einem Friedhof eingerichtet werde. „Kommt das Nitrat da wirklich aus der Landwirtschaft?“, fragte Wickensack die Ministerin.

Zudem betonte Wickensack, dass die Landwirtschaft nahezu der „einzige Wirtschaftszweig ist, der COdurch Photosynthese binde – auch darüber hinaus in den Humusschichten binde“.

Deutliche Kritik übte er am Bundesumweltministerium, das seiner Meinung nach „aktiv das Höfesterben und den Strukturwandel in der Region“ – weg von kleinen bäuerlichen Betrieben hin zu großen Einheiten – unterstütze.

Svenja Schulze machte in ihren Ausführungen deutlich, dass ein Dialog mit der Landwirtschaft ihr Anliegen sei. Es müsse gelingen, eine Art neuen Gesellschaftsvertrag auszuhandeln Dieser müsse einerseits Mittel für ein umweltschonendes Verhalten der Landwirtschaft vorsehen, andererseits aber auch klare Bedingungen für das Tun im Agrarsektor formulieren. Ganze wichtig sei ihr, miteinander nach Lösungen zu suchen. „Wir müssen wieder mehr miteinander als übereinander reden“, hatte sie bereits vorher im Bürgerhaus eine zentrale Forderung formuliert.

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