Anzahl der Eingangsklassen nach Expertenansicht rechtlich fragwürdig
i-Männchen beschäftigen Politik

Telgte/Westbevern -

Ende Oktober hatte der Rat entschieden, mit insgesamt neun Eingangsklassen an den Grundschulen in das Schuljahr 2020/21 zu starten. Die Rechtmäßigkeit dieses Beschlusses wird jetzt als zumindest fragwürdig angesehen. Das Thema wird die Politik erneut beschäftigen. Die SPD fordert zehn Eingangsklassen.

Dienstag, 14.01.2020, 20:02 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 10:08 Uhr
Wie viele Eingangsklassen sollen im kommenden Schuljahr an den Telgter Grundschulen gebildet werden?
Wie viele Eingangsklassen sollen im kommenden Schuljahr an den Telgter Grundschulen gebildet werden? Foto: Marijan Murat/dpa

Mit wie vielen Eingangsklassen sollen die i-Männchen nach den Sommerferien starten? Das hatte der Rat der Stadt Telgte zwar bereits Ende Oktober entschieden und sich auf neun Klassen festgelegt, allerdings ist der Ratsbeschluss nach Meinung von Dirk Haupt , Schulamtsdirektor beim Kreis Warendorf, „in seiner Rechtmäßigkeit als fragwürdig anzusehen“. Eine entsprechende Prüfung war erfolgt, nachdem die SPD-Fraktion um Klärung gebeten hatte.

Das Problem beim seinerzeitigen Ratsbeschluss war: Die Entscheidung wurde Ende Oktober getroffen, die Anmeldungen erfolgen jedoch erst ab dem 4. November. Einen weiteren Knackpunkt sieht der Fachmann auch darin, dass „eine Verteilung der Eingangsklassen auf die Schulen erst dann erfolgen kann, wenn die Anmeldezahlen für die jeweiligen Schulen vorliegen“, heißt es in einem Schreiben.

„Aufgrund der Sitzungsfolgen des Schul- und Kulturausschusses haben wir eine Beschlussfassung bereits für den Oktober auf die Tagesordnung gesetzt, weil wir für die Anmeldungen den Eltern bereits die Information geben wollten, wie viele Eingangsklassen an welcher Schule gebildet werden. Leider haben wir dabei nicht berücksichtigt, dass die Berechnungsgrundlage auch auf Grundlage der Anmeldungen erfolgen soll“, sagt Tanja Schnur, zuständige Fachbereichsleiterin in der Verwaltung. Deshalb werde der Punkt auf der Tagesordnung des Schul- und Kulturausschusses am 21. Januar und des Rates am 13. Februar wieder auftauchen. Damit der Berechnungsstichtag 15. Januar, darauf hatte die Schulaufsicht hingewiesen, berücksichtigt werden kann, sollen die Sitzungsvorlagen kurzfristig – dafür aber topaktuell – verschickt werden.

In diesem Zusammenhang beantragt die SPD die Erhöhung der Anzahl der Eingangsklassen an den Grundschulen von neun auf zehn. Als Standort für die zusätzliche Klasse wird die Don-Bosco-Schule vorgeschlagen.

Als Begründung führt die SPD an, dass die aktuelle Anmeldezahl mit 232 Kindern bereits hoch und zudem mit weiteren Zuzügen zu rechnen sei. Theoretisch, das hatte auch das Schulamt bestätigt, könnten sogar elf Eingangsklassen gebildet werden. „Nach unserer Ansicht reicht die Erhöhung auf zehn Eingangsklassen aus“, schreiben Björn Jung und Klaus Resnischek in einem Antrag der SPD.

Für besonders prekär halten sie die Lage an der Don-Bosco-Schule sein. „Nach Angaben der Schulleitung dürfen bei einer zweizügigen Schule nur zwei Eingangsklassen mit jeweils 28 Schülern gebildet werden. Die Don-Bosco-Schule hat aber jetzt schon 69 Anmeldungen, muss also 13 Bewerber ablehnen und auf andere Schulen verweisen“, schreiben sie. Mit dem Grundsatz „Kurze Beine – kurze Wege“ habe das nichts mehr zu tun.

Nach Angaben der Stadtverwaltung liegt die Bandbreite für Grundschulklassen zwischen 15 und 29 Kinder. Aktuell seien an den Grundschulen insgesamt 232 Kinder angemeldet, Kapazitäten gebe es für 249 Kinder in neun Klassen. Groß ist der Puffer in Westbevern. 44 Anmeldungen stehen 56 Plätze gegenüber. Die Telgter Grundschulen haben derzeit noch fünf freie Plätze.

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