Klinik Maria Frieden Telgte beteiligt sich an innovativem Forschungsprojekt
Dokumentationsaufwand verringern

Telgte -

Hoher Dokumentationsaufwand gehört in Krankenhäusern zum Klinikalltag und führt zu einer zusätzlichen Belastung des Pflegepersonals. Wie dieser verringert werden kann, damit beschäftigt sich jetzt ein Forschungsprojekt, an dem sich die Klinik Maria Frieden beschäftigt.

Donnerstag, 23.01.2020, 14:20 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 09:08 Uhr
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Bewegungs-Tracker sind derzeit hauptsächlich aus der privaten Fitness bekannt. Wie sich eine automatische Aktivitätserkennung über den Fitnessbereich hinaus auch zur Unterstützung der Pflegedokumentation in Krankenhäusern nutzen lässt, untersucht derzeit das Forschungsteam des Projektes „Eingabefreie Station – Bewegungsbasierte Aufnahme von Pflegetätigkeiten zur automatisierten Dokumentation im Krankenhaus“.

Hoher Dokumentationsaufwand gehört in Krankenhäusern zum Klinikalltag und führt zu einer zusätzlichen Belastung des Pflegepersonals, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik Maria Frieden . Innerhalb des im November 2019 gestarteten Projektes wird ein innovatives Verfahren zur Verringerung der Dokumentationsaufwände erforscht. Dieses Verfahren basiert auf Sensorik und „Machine Learning“.

Neben der eigentlichen Pflegetätigkeit führen Pflegekräfte eine Vielzahl von pflegefremden beziehungsweise patientenfernen Tätigkeiten aus, die zu einer zusätzlichen Belastung im Arbeitsalltag führen. Den größten Aufwand verursachen dabei Dokumentation und Administration. Je nach Fachbereich verbringt das Pflegepersonal täglich bis zu zwei Stunden damit, die geleisteten Pflegetätigkeiten zu dokumentieren. Das ist eine Leistung, die nicht zur Gesundung des Patienten beiträgt, sondern hauptsächlich einer ordnungsgemäßen Abrechnung und Qualitätssicherung dient. An diesem Punkt greift das Forschungsvorhaben „Eingabefreie Station“ an und erforscht ein Verfahren zur Reduktion der zeitaufwändigen und manuellen Pflegedokumentation des Pflegepersonals bis auf ein Minimum. Innerhalb des Vorhabens soll eine technische Lösung konzipiert und entwickelt werden, die es möglich machen soll, geleistete Pflegetätigkeiten am Patienten automatisiert zu erkennen, aufzunehmen und bestätigte Tätigkeiten direkt in der elektronischen Patientenakte zu dokumentieren.

Besonderes Bestreben des Projektes ist es, eine praktikable und nutzerorientierte Lösung für alle Beteiligten, insbesondere für das Pflegepersonal zu entwickeln. Aus diesem Grund wird den Themen Akzeptanz, Transparenz, Anonymisierung und Datenschutz eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Die Nutzer werden früh in das Forschungsvorhaben integriert.

Die Klinik Maria Frieden der St.-Franziskus-Hospital GmbH und die weiteren Projektpartner Franziskus Stiftung Münster, Maria-Josef-Hospital Greven, St. Elisabeth-Hospital Beckum, FACT‘ IT GmbH, die MotionMiners GmbH als Technologieentwickler sowie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), welches als Konsortialführer fungiert, werden über eine Laufzeit von drei Jahren an dieser neuen Lösung forschen, ein „Proof of Concept“ entwickeln und in den Kliniken pilotieren.

Das Forschungsprojekt läuft über 36 Monate bis Ende Oktober 2022. Gefördert wird es durch die Europäische Union und das Land NRW im Zuge des Leitmarktes Gesundheit.NRW. Das Forschungsvorhaben hat ein Gesamtvolumen von rund 2,4 Millionen Euro – gefördert wird eine Summe von 1,6 Millionen Euro.

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