Projekt der Lepragruppe
„Siecheneiche“ pflanzen

Telgte -

Der Kreativkreis Lepragruppe der kfd St. Clemens plant ein neues Projekt. Gepflanzt werden soll eine „Siecheneiche“.

Donnerstag, 23.01.2020, 12:32 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 09:08 Uhr
Viel Interessantes über das Thema Lepra aber auch über das Projekt „Siecheneiche“ erfuhren die Besucher der Kaffeestunde.
Viel Interessantes über das Thema Lepra aber auch über das Projekt „Siecheneiche“ erfuhren die Besucher der Kaffeestunde. Foto: privat

Die meisten Telgter kennen den den Kreativkreis Lepragruppe der kfd St. Clemens. Außerdem gibt es das Rochus-Hospital, das ursprünglich als Lepra-Hospital gebaut wurde. Was viele aber nicht wissen, dass es die DAHW, die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, und die Gesellschaft für Leprakunde in Münster gibt.

Und was liegt da näher, als in Telgte ein Zeichen zu setzen, heißt es in einem bericht der Lepragruppe. Zum Gedenken an die bereits Verstorbenen, aber auch an die schon Erkrankten und an die Menschen, die sich in Zukunft infizieren werden, könnte eine „Siecheneiche“ gepflanzt werden. Sieche heißt krank. Vielen bekannt ist vielleicht noch der Begriff „dahinsiechen“ für Menschen, die schwer erkrankt sind und sterben werden.

„Ist Lepra denn heute noch ein Thema?“ werden sich viele denken. Dr. Ralf Klötzer, der beide Vereine vertritt, konnte im Rahmen einer gemütlichen Kaffeestunde im Kreise der fleißigen Kreativen, und im Beisein von Bürgermeister Wolfgang Pieper, das Wissen um diese immer noch weltweit verbreitete Krankheit vertiefen.

Vielen Menschen ist nicht klar, dass es weltweit rund vier Millionen Menschen mit Lepra gibt. Jährlich kommen rund 200 000 Menschen mit einer Infektion hinzu. Das Leiden dieser Menschen ist nicht heilbar und extrem schmerzhaft und belastend. Dabei ist die Früherkennung besonders schwierig, aber wichtig. Denn durch die richtige Früh-Behandlung können die Beschwerden sehr gut eingedämmt werden. Es gibt in Deutschland bisher sieben „Siecheneichen“. Da in Telgte sowohl ein historischer, als auch ein aktueller Bezug zu diesem Thema besteht, böte sich eine solche Gedenkstätte hier geradezu an, so die Lepragruppe.

Das sieht auch Wolfgang Pieper so, der signalisierte, dass er diese Idee unterstützen wird. Zusammen mit Dr. Klötzer will er die Verantwortlichen des Rochus-Hospitals kontaktieren, um diese Idee zu realisieren. Pieper sagte auch zu, dass dafür auch mit einer Geldspende der Stadt zu rechnen sei. Der Kreativkreis Lepragruppe würde sich freuen, wenn das Thema in Telgte, gerade jetzt zum Welt-Lepra-Tag am letzten Sonntag im Januar wieder einmal thematisiert wird. Die kfd St. Clemens wird deshalb auch einen Besuch des Lepramuseums in Münster-Kinderhaus organisieren.

Und wer weiß: Vielleicht wird in Kürze dann in Telgte, unter Umständen direkt am Rochus-Hospital, eine „Siecheneiche“ gepflanzt. Die Kreativgruppe wird auf jeden Fall weiterhin fleißig schöne Handarbeiten herstellen, deren Verkauf beim Lepra-Basar das Leid der Kranken ein wenig lindern kann.

Über kreative Helfer und Ideen freut sich die Gruppe immer sehr. Näheres können Interessierte bei Gertrud Riemann unter   55 27 oder bei Hildegard Berges,   47 05 erfahren.

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