Zukunft des Kornbrennereimuseums
In vernünftige städtebauliche Entwicklung einbeziehen

Telgte -

Nur noch wenig wird das Kornbrennereimuseum genutzt. Nun wird überlegt, wie es weitergehen soll.

Donnerstag, 30.01.2020, 20:07 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 12:20 Uhr
Derzeit wird das Kornbrennereimuseum so gut wie nicht genutzt. Bürgermeister Wolfgang Pieper würde sich wünschen, wenn das Gebäude in eine Gesamtüberplanung des Bereichs einbezogen würde.
Derzeit wird das Kornbrennereimuseum so gut wie nicht genutzt. Bürgermeister Wolfgang Pieper würde sich wünschen, wenn das Gebäude in eine Gesamtüberplanung des Bereichs einbezogen würde. Foto: Stefan Flockert

Es gab Jahre, in denen bis zu 50 Führungen durch das Kornbrennereimuseum stattfanden. „Jetzt wird es aber faktisch nicht mehr genutzt“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Pieper Technische Gründe seien dafür verantwortlich. Zum einen seien es Brandschutzauflagen, zum anderen gebe es im Obergeschoss statische Probleme. Dort müsste der Fußboden ertüchtigt werden.

Pieper weiß aber auch, dass mit dem attraktiven Gebäude, das die Stadt in den 1990-er Jahren erworben hat, etwas passieren muss. Schon auch deshalb, weil es trotz der inzwischen reduzierten Bewirtschaftung laufende Kosten gibt. Diese liegen bei 15 000 Euro pro Jahr.

Dem Bürgermeister ist bewusst, dass es eine besondere Herausforderung darstellt, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in eine positive Zukunft zu führen. Das liegt zum einen daran, dass es mit seinen Hauswänden auf den Grenzen des eigenen Grundstücks steht. Drumherum sind private Flächen. Es existiert lediglich ein Wegerecht. Die zweite Schwierigkeit liege, so Pieper, in der Geschichte des Gebäudes. Steile Treppen und schiefe Böden sorgten dafür, dass keine Barrierefreiheit hergestellt werden könne. Außerdem stelle die Tatsache, dass nicht nur das Gebäude, sondern auch Teile der Einrichtung unter Denkmalschutz stehen, für potenzielle Käufer – die Politik hatte immer mal wieder über einen Verkauf diskutiert – einen Hinderungsgrund darstellten.

Der Bürgermeister wünscht sich, dass das Kornbrennereimuseum in eine „vernünftige städtebauliche Entwicklung“ mit einbezogen wird. Damit meint er aber ausdrückliche nicht, die von Investor Johannes Averbeck und Planer Edmund Meyer vorgelegten Pläne für die Neugestaltung des Bereichs Steinstraße, in dem sich derzeit unter anderem Rossmann befindet. „Das Denkmal würde dadurch massiv bedrängt und umzingelt“, so Pieper. „Die Planung hat derzeit nicht die Qualität, dass wir sagen könnten, wir verkaufen.“

Die jetzige Planung sei definitiv nicht umsetzbar. Es gebe zu viele Abweichungen vom Bebauungsplan. Gespräche würden derzeit über „eine reduzierte Neugestaltung“ geführt. „Das täte der Steinstraße und dem Museum gut.“ Der Bürgermeister kann verstehen, dass für den Investor wirtschaftliche Fragen im Vordergrund stünden. Aber in einem so sensiblen Bereich der Altstadt, müsse eine Planung umgesetzt werden, die dem Ort angemessen ist. Es dürfe nicht um die „höchstmögliche Rendite“ gehen.

Wolfgang Pieper kann sich eine Planung vorstellen, in der das Museum „als Denkmal weiter wirken kann“. Denkbar sei beispielsweise ein Zwillingsgebäude zu bauen, in dem dann etwa ein Planungs- oder Architekturbüro untergebracht würde. Gleichzeitig könnte in dem historischen Nachbargebäude nebenan durch ein Café für die Bewirtung gesorgt werden.

Gefallen würde Pieper auch, wenn der derzeit verstellte Hauptgiebel freigestellt würde. Dann wären Giebel und auch der Haupteingang von der Steinstraße aus zu sehen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7227896?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Nachrichten-Ticker