Patrick Richter fährt zur NASA
Ganz nah dran am All

Telgte -

Seit 20 Jahren nehmen Schüler des Telgter Gymnasiums an einem Projekt der NASA in Houston teil. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den 16-jährigen Patrick Richter, der sich gegen vier Mitbewerber durchsetzte und sich schon seit langem für Raumfahrt interessiert.

Mittwoch, 05.02.2020, 19:29 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 09:58 Uhr
Patrick Richter darf in den Sommerferien am NASA-Projekt in Houston teilnehmen. Brigitte Schneider freut sich, dass sich das Projekt seit 20 Jahren an der Telgter Schule großer Beliebtheit erfreut.
Patrick Richter darf in den Sommerferien am NASA-Projekt in Houston teilnehmen. Brigitte Schneider freut sich, dass sich das Projekt seit 20 Jahren an der Telgter Schule großer Beliebtheit erfreut. Foto: Stefan Flockert

Als Kind träumen viele davon, Astronaut zu werden und mit einem Raumschiff durchs All zu schweben. 20 Schüler des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums durften in 20 Jahren NASA-Projekt zumindest Raumfahrtluft schnuppern, denn sie wurden ausgewählt, für 14 Tage zur US-Raumfahrtbehörde nach Houston in Texas zu fahren. In diesem Jahr ist es Patrick Richter , der in den Sommerferien Ende Juli für 14 Tage in die Vereinigten Staaten reist.

Er habe sich schon immer für Raumfahrt interessiert, erzählt der 16-jährige Zehntklässler (EF). Schon als Kind habe er mit dem Teleskop den Mond beobachtet, Bücher zu Raumfahrt und Weltall gelesen und sich unzählige Dokumentationen zu diesem Thema angesehen. Vom Besuch in Houston erwartet er, „dass ich tiefere Einblicke in das Thema Raumfahrt bekomme“. Der Telgter möchte erfahren, wie Astronauten für ihren Ausflug ins All trainieren, aber auch sehen, wie man sich auf die Schwerelosigkeit vorbereiten kann.

An seiner Schule hat sich Patrick Richter gegen vier Konkurrenten durchgesetzt, die ebenfalls ihre Bewerbungsunterlagen eingereicht hatten. Brigitte Schneider , bis 2018 Lehrerin am MSMG und Initiatorin der Teilnahme an dem NASA-Projekt, und ein Kollege nahmen die Kandidaten genau unter die Lupe. Die drei Erstplatzierten des von ihnen erarbeiteten Rankings wurden dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Dabei mussten sie eine Reihe von Fragen – nicht nur zur Raumfahrt – beantworten. Und das teilweise auch auf Englisch, denn bei der NASA kommen die Schüler nur mit guten Englischkenntnissen zurecht.

In Houston werden die pro Jahr 30 bis 40 Schüler aus gut einem Dutzend Länder – aus Deutschland schickt neben dem Telgter Gymnasium nur noch eine Schule aus Baden-Württemberg einen Teilnehmer – in Familien von NASA-Angehörigen untergebracht. Diese nehmen sie dann auch mit zu ihrem Arbeitsplatz. Dort werden sie in verschiedene Bereiche der Raumfahrt wie Aerodynamik des Fliegens, Raketentechnik, Geografie, Geologie, Logistik oder Weltraum-Mechanik eingeführt. Die Behörde hat im Vorfeld stets ein Konzept für den Workshop erarbeitet. „In den letzten Jahren ging es immer um eine fiktive Landung auf dem Mars“, erzählt Brigitte Schneider. „Die NASA möchte durch dieses United Space School Program, die Begeisterung junger Menschen für die Raumfahrt fördern und Schülern aus der ganzen Welt zeigen, wie fruchtbar internationale Zusammenarbeit bei der Verfolgung großer Ziele sein kann.“

Unter der Regie von Brigitte Schneider sind in zwei Jahrzehnten 20 Schüler für den USA-Trip ausgewählt worden. Jetzt sei die Zeit gekommen, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Physik- und Erdkundelehrer Andreas Hardt, der seit zwei Jahren bereits mit im Bot sitzt, wird ab dem kommenden Jahr die Federführung übernehmen. „Ich stehe aber zur Verfügung, wenn Not am Mann ist“, sagt Schneider.

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