„Kröger‘s Finest“ schließt nach 20 Jahren
Fachberatung ja – im Laden kaufen nein

Telgte -

Heidi Kröger schließt ihr Geschäft „Kröger‘s Finest“ nach 20 Jahren.

Dienstag, 11.02.2020, 15:17 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 19:32 Uhr
Sie gibt nach 20 Jahren Selbstständigkeit ihren Laden in der Altstadt auf: Heidi Kröger.
Sie gibt nach 20 Jahren Selbstständigkeit ihren Laden in der Altstadt auf: Heidi Kröger. Foto: Andreas Große Hüttmann

„Immer, wenn Du etwas bei einem kleinen Unternehmen kaufst, tanzt irgendwo ein echter Mensch einen kleinen Freudentanz.“ In den vergangenen Wochen hat Heidi Kröger diesen Spruch vielen ihrer Kunden aus Dankbarkeit mit auf den Weg gegeben. Doch die Zahl der Freudentänze ist schon seit geraumer Zeit deutlich geringer geworden. Das hat dazu geführt, dass die 65-Jährige nach 20 Jahren Selbstständigkeit ihr Geschäft „Kröger‘s Finest“ zum 1. April schließen wird.

„Mir ist der Schritt nicht leicht gefallen“, sagt die Inhaberin. Letztlich hat sie die Entscheidung am 31. Dezember getroffen, als sie bei der Buchhaltung im wahrsten Sinne des Wortes einen Strich unter das Geschäftsjahr gemacht hat. „Für den Aufwand, den wir betreiben, lohnt sich das nicht mehr“, sagt sie.

Denn das Geschäft habe sich grundlegend verändert. Vor allem das Internet bekommt Heidi Kröger quasi täglich zu spüren. Kunden würden sich ausführlich beraten lassen, letztlich aber immer wieder per Klick bei einem der vielen Online-Versender bestellen. Denn die großen Zeiten von exklusiven, edlen Tropfen ausschließlich für den stationären Einzelhandel seien vorbei.

Auch die großen Discounter am Orkotten machen der Telgterin das Geschäftsleben teilweise schwer. „Die haben mittlerweile alle riesige Wein- und Spirituosenabteilungen“, sagt sie. Zudem sei das Thema Parken in der Innenstadt ein leidiges. Der Kunde, der eine oder mehrere Kisten Wein gekauft habe, wolle diese nicht quer durch die Stadt tragen. Kurzum: Das Spezialitätengeschäft mit fast 100 unterschiedlichen Whiskey- und etwa 150 verschiedenen Weinsorten schließt seine Pforten, denn eine Nachfolgersuche blieb ebenfalls erfolglos.

„Dann wird die Telge Trauer tragen, kündigt Heidi Kröger an. Denn eine aus Sperrholz ausgesägte „bunte Telge“, die bereits mehrfach als Werbeträger im Schaufenster diente, wird dann ganz in Schwarz vom Ende des Ladens künden . . .

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