Landgericht verurteilt 25-jährigen Mann aus Telgte
Sechseinhalb Jahre Haft für Messerstecher

Münster -

Als versuchten Totschlag wertete die zweite Große Strafkammer des Landgerichts Münster die Messerattacke vor dem „Cappadocia“-Imbiss im Juli 2019. Eine bereits erfolgte Schadensersatzzahlung des Angeklagten an sein Opfer wertete das Gericht als Täter-Opfer-Ausgleich und milderte die Strafe.

Dienstag, 11.02.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 19:19 Uhr
Foto: Volker Hartmann/dpa
Foto: Volker Hartmann/dpa Foto: Volker Hartmann

Zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilte das Landgerichts einen 25 Jahre alten Mann aus Telgte, der am 6. Juli 2019 einen 21-jährigen Mann vor dem „Cappadocia“-Imbiss am Berliner Platz mit einem Einhandmesser niedergestochen hatte. In ihrem einstündigen Schlussvortrag fasste die Vertreterin der Staatsanwaltschaft den komplexen Sachverhalt zusammen. Der 21-Jährige war demzufolge fast zufällig zum Opfer des Angriffs geworden.

Am Vortag hatte es zwischen dem Telgter und einem Zeugen eine Aus­einandersetzung gegeben. Durch einen Streit mit seiner Verlobten zusätzlich verärgert, war der Angeklagte am 6. Juli nach Münster gereist, um sich mit Freunden zu treffen. Warum er dabei die Tatwaffe in seiner Bauchtasche mit sich führte, blieb bis zuletzt unklar. Ungeplant trafen die Streitparteien vom Vortag im „Cappadocia“-Imbiss aufeinander. Es kam auf dem Berliner Platz zu einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten – darunter auch der Nebenkläger.

Tod wurde in kauf genommen 

Nachdem der erste Tumult geschlichtet werden konnte, näherte sich der Angeklagte dem Zeugen und dem Geschädigten nach kurzer Zeit ein zweites Mal. Hier teilte der 21-jährige unstreitig den ersten Schlag aus, woraufhin der Telgter das Messer hervorholte und zustach. Dass der Täter den Tod seines Opfers billigend in Kauf nahm, machte die Staatsanwältin an Videos vom Tatgeschehen fest. Sie zeigten, dass der Angeklagte am Verletzten vorbeilief, einen Blick auf dessen Wunde warf und flüchtete.

Der 25-jährige, der im Verlauf der Auseinandersetzung ebenfalls erheblich verletzt wurde, hatte bereits eine Summe von 4000 Euro als Schadensersatz an den Nebenkläger gezahlt und weitere Forderungen in Höhe von 6000 Euro anerkannt. Dies wurde von der Staatsanwältin ausdrücklich positiv bewertet, denn damit zeige der Angeklagte, dass er „neben der moralischen auch eine finanzielle Verantwortung tragen will“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7254336?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Professionelle Marihuanaplantage in Wohnhaus entdeckt
Drogenanbau: Professionelle Marihuanaplantage in Wohnhaus entdeckt
Nachrichten-Ticker