Ideen-Camp von gfw und Hoko
Kreative Gründer der Zukunft

Westbevern -

Jugendliche für das Unternehmertum begeistern – das war das Ziel des Ideen-Camps. Die Teilnehmer brachten Vorstellungen zum Fliegen.

Mittwoch, 12.02.2020, 12:15 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 19:36 Uhr
Existenzgründungsideen junger Leute zum unternehmerischen Fliegen bringen – darum ging es beim Ideen-Camp der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf.
Existenzgründungsideen junger Leute zum unternehmerischen Fliegen bringen – darum ging es beim Ideen-Camp der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf. Foto: gfw

In Deutschland mangelt es an Gründern. Die Deutschen scheuen das Risiko der Selbstständigkeit. Der Nachwuchs will vor allem beim Staat arbeiten. Derlei negative Schlagzeilen lieferte der jüngste Gründungsmonitor der Förderbank KfW . Einen ganz anderen Eindruck vermittelte ein Treffen in Westbevern am vergangenen Samstag. „Wir bringen deine Ideen zum Fliegen!“ hieß das Motto, unter dem die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf (gfw) mit dem Hochschul-Kompetenz-Zentrum studieren & forschen (Hoko) junge Leute im Alter zwischen 14 und 19 Jahren zum Ideen-Camp von „Startup Teens“ eingeladen hatte.

Sie wollen ihr eigener Chef werden oder sind es schon.

Janina Ostendorf

Sie alle wollten ihre Ideen vorstellen, um sich vielleicht auf das Wagnis einer Unternehmensgründung einzulassen. Wissbegierige Schüler fanden in gestandenen Unternehmern ihre Mentoren, um ihre Vorstellungen gemeinsam auf Praxistauglichkeit zu prüfen. „Sie wollen ihr eigener Chef werden oder sind es schon“, sagte Janina Ostendorf , Leiterin „Transfer Hochschule Wirtschaft“ der gfw. Neben dem Maschinenbauer Dirk Münstermann, in dessen Firmenräumen das Ideen-Camp stattfand, waren Fachleute aus Finanzwelt, Marketing oder Digitalisierung nach Westbevern gekommen, „um die Ideen der jungen Leute auf ein neues Level zu bringen“, wie Jochen Heimann sagte. Der Leiter des in Hamm ansässigen Regionalbüros West- und Mitteldeutschland der Non-Profit-Initiative „Startup Teens“ will Jugendliche und junge Erwachsene fürs Unternehmertum begeistern.

„Wenn immer mehr Menschen Verbeamtung und Festanstellung wollen und immer weniger unternehmerisches Risiko tragen, droht Deutschland eine Art Museum zu werden“, sagt gfw-Geschäftsführerin Petra Michalczak-Hülsmann, „wir im Kreis Warendorf wollen aber lieber ein vitaler Wirtschaftsraum bleiben.“

Hier blamiert sich niemand mit einer noch so abwegig erscheinenden Idee und hier klaut sie keiner.

Jochen Heimann

Deshalb veranstaltet und fördert die gfw Initiativen zur Unternehmensgründung so früh wie möglich. Die Vorstellungen beim Ideen-Camp kreisten um Digitalisierung, Merchandising, Design, Foto, Video, Flugreisen oder Food, drehten sich aber auch um soziale statt asoziale Medien, Face to Face statt Facebook, analoge Netzwerkbildung von Mensch zu Mensch statt über anonyme Digitalmedien oder einen Kaffeebecher, „der die Welt grüner macht“. An Einfallslosigkeit litt das Ideen-Camp in keiner Minute des vierstündigen Nachmittags.

Junge, bereits erfolgreiche Start-up-Unternehmer, die zum Teil selber noch die Schulbank drücken, machten besonderen Mut. Zudem gab eine Telgter Finanzexpertin den jungen Leuten eine weitere wichtige Starthilfe: „Wie kommt man vorwärts, ohne Geld zu haben, und wie geht es weiter, wenn sich das ändert?“

Eine andere Sorge hatte Jochen Heimann den Ideen-Campern zuvor genommen: „Hier blamiert sich niemand mit einer noch so abwegig erscheinenden Idee und hier klaut sie keiner.“

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