CDU-Vorsitzende äußern sich zu Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur
Der eine möchte Merz, der andere Laschet

Telgte -

Die Bundes-CDU befindet sich in einer schwierigen Phase. Im Gespräch formulieren Christoph Boge und Bernd Hugenroth ihre Vorstellungen, wie es weitergehen könnte.

Mittwoch, 12.02.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 12.02.2020, 19:38 Uhr
Christoph Boge favorisiert Friedrich Merz.
Christoph Boge favorisiert Friedrich Merz. Foto: CDU

Annegret Kramp-Karrenbauers Rücktrittsankündigung und ihre Verzicht auf die Kanzlerkandidatur hat nicht nur die CDU im Bund in eine tiefe Krise gestürzt. Auch die Christdemokraten vor Ort in Telgte und Westbevern wurden von dieser Ankündigung völlig überrascht.

Die Vorsitzenden der Ortunionen Christoph Boge (Telgte) und Bernd Hugenroth (Westbevern) haben bereits ihre Favoriten, wen ihre Partei im kommenden Jahr in das Rennen um das Kanzleramt schicken soll. Christoph Boge würde sich darüber freuen, wenn es Friedrich Merz wäre, Bernd Hugenroth spricht sich hingegen für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aus.

Christoph Boge sieht die Bundes-CDU in einer „schwierigen und unübersichtlichen Situation“. Er hätte schon bei der Wahl Kramp-Karrenbauers zur Parteivorsitzenden lieber Friedrich Merz an der Spitze der CDU gesehen. Nun hofft er, dass sich Merz durchsetzt. „Aber auch der bayrische Ministerpräsident bringt sich in Stellung“, hat Boge ausgemacht.

Friedrich Merz hält Boge für den Kandidaten, der am ehesten „in der Lage ist, die Partei stark zu führen, die unterschiedlichen Strömungen in der CDU zusammenzubringen und das Profil nach rechts zu schärfen“. Unabdingbar sei auch die Abgrenzung von der AfD. „Aber wir müssen auch die Leute ernst nehmen, die in diese Richtung blicken.“

Christoph Boge erkennt aber auch an, dass Armin Laschet „in NRW einen richtig gut Job“ macht. Maßgeblich ist für ihn, dass die CDU in Zukunft einen glaubwürdigen Kurs fährt.

„Damit haben wir nicht rechnen können“, sagt Bernd Hugenroth zum Kramp-Karrenbauer-Rückzug. „Ob das der richtige Zeitpunkt war, lässt sich aus der Provinz schlecht beurteilen. Nicht richtig ist die lange Zeit von rund 300 Tagen, bis ein Kanzlerkandidat nominiert werden soll. Vor der Sommerpause müsste das gegessen sein.“

Er präferiert Armin Laschet, weil dieser die besten Aussichten habe, da er nicht so stark polarisiere wie andere. Hugenroth lobt, die Arbeit Laschets. In NRW habe er viel an Zusammenhalt geschaffen.

Ob Markus Söder der richtige Kandidat wäre, vermag der Westbeverner nicht einzuschätzen. Dessen Anpassungsfähigkeit in den vergangenen zwölf Monaten bei einigen Themen werde von vielen kritisch gesehen. „Man weiß nicht, ob das wirklich seine Überzeugung ist und ob ihm die Wähler das abnehmen“, so Hugenroth.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7255724?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Erst Omas Auto dann fremder Roller: Jugendliche gefasst
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife.
Nachrichten-Ticker