Rat entscheidet sich gegen Containerlösung
Keine zehnte Eingangsklasse

Telgte -

Im Schuljahr 2020/2021 wird es an Telgtes Grundschulen keine zehnte Eingangsklasse geben. Da dies nur über eine Containerlösung möglich gewesen wäre, lehnten CDU und Grüne die zusätzliche Klasse ab. Sie setzen auf die große Lösung. Möglichst schnell soll an der Don-Bosco-Schule ein Anbau errichtet werden.

Freitag, 14.02.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 11:08 Uhr
Im neuen Schuljahr wird es an der Don-Bosco-Schule erneut zwei Eingangsklassen geben. Das hat der Rat entschieden.
Im neuen Schuljahr wird es an der Don-Bosco-Schule erneut zwei Eingangsklassen geben. Das hat der Rat entschieden. Foto: Flockert

Einig waren sich alle Fraktionen in der Ratssitzung am Donnerstagabend, dass für Telgte schon zum kommenden Schuljahr eine zehnte Grundschuleingangsklasse wünschenswert wäre. Doch während SPD und FDP die Möglichkeit sahen, das über eine Containerlösung zu erreichen, sprachen sich CDU und Grüne dagegen aus. Am Ende fiel die Entscheidung, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und es für das Schuljahr 2020/2021 bei neun Eingangsklassen zu belassen.

Bürgermeister Wolfgang Pieper hatte zu Beginn der Aussprache verdeutlicht, dass die Politik an diesem Abend nach den „sehr intensiven Diskussionen“ der vergangenen Wochen eine Entscheidung würde treffen müssen. Die Meldung über die Klassenzahl musste am Freitag an die Bezirksregierung verschickt werden. Schulamtsleiterin Tanja Schnur berichtete, dass die Anmeldezahl derzeit bei 230 – 66 an der Don-Bosco-Schule, 65 an der Marienschule, 55 an der Brüder-Grimm-Schule und 44 an der Christophorusschule in Westbevern – liege.

Nun steht fest, dass die Don-Bosco-Schule am 1. März zehn Ablehnungen verschicken muss. Die betroffenen Kinder müssen zu anderen Schulen gehen.

Klar war, dass CDU und Grüne ihre Meinung nicht ändern würden, als sowohl Tanja Schnur als auch Natalie Nolte, Leiterin der Don-Bosco-Schule klarmachten, dass „im Bestand keine weitere Klasse gebildet“ werden kann. „Wir müssen jetzt schon immer mehr Kinder in immer weniger Räumen unterrichten“, so Nolte. Auch sie sprach sich gegen die anvisierte Containerlösung und für eine „große Lösung“ aus. Sie wünschte sich einen Anbau. Eine dauerhafte Dreizügigkeit für ihre Schule solle in den Blick genommen werden.

Nun soll der angestoßene Schulentwicklungsprozess zügig fortgesetzt werden. Für die kommenden drei Jahre stehen 5,7 Millionen für die Schulen im Haushalt. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, die Bauleitplanung für die räumliche Erweiterung der Don-Bosco-Schule möglichst zügig voranzutreiben. Gehofft wird, bis 2022, wenn erneut eine Spitze bei den Anmeldezahlen prognostiziert wird, einen Anbau errichten zu können.

Zuvor hatte sich CDU-Fraktionschef Christoph Boge an die Telgter Eltern gewandt und um ein Jahr Geduld gebeten. Wichtiger als eine Übergangslösung sei am Ende mit einem Neubau gute Voraussetzungen für die Kinder zu schaffen. Er gab aber auch zu, die Brisanz der Zahlen des Schulentwicklungsplanes zu spät erkannt zu haben. „Vielleicht haben wir auch zu spät gehandelt.“

Ähnlich sah es Britta Sporket für die Grünen. Auch sie sprach sich gegen die Containerlösung aus. Die Don-Bosco-Schule verfüge sowieso schon über den kleinsten Schulhof. Da seien solche Module „hochproblematisch“. „Wenn wir da jetzt einen solchen Trümmer hinsetzen, dann bleibt der vier Jahre stehen. Und steht im Weg“, so Sporket. Nun müsse Gas gegeben werden, damit in zwei Jahren ein Anbau steht.

Oliver Niedostadek (FDP) hatte noch einmal darauf verwiesen, dass das Gesetz durchaus vorsehe, bei den vorliegenden Anmeldezahlen eine zehnte Klasse zu realisieren. „Wir können die zehnte Klasse einrichten und gleichzeitig den Schulentwicklungsprozess weitergehen.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Resnischek merkte an, dass Telgte 30 Schüler mehr habe als 2019/20 – und das bei gleicher Klassenzahl. „Und trotzdem bleibt die Verwaltung bei ihrem stoischen Nein“, so Resnischek. 2022 seien 248 Schüler für die Klasse eins zu erwarten. „Und auch in zwei Jahren haben wir den Anbau nicht. Vor Mitte bis Ende 2023 werden wir keinen Anbau kriegen“, mutmaßte er. In Telgtes Süden werde der Druck durch die neuen Baugebiete noch weiter zunehmen. Er forderte, 100 000 Euro für die Containerlösung in die Hand zu nehmen.

Die Kosten dieser Variante hatte zuvor Tanja Schnur beziffert: 50 000 bis 60 000 Euro würden die Vorbereitung und das Aufstellen der Module kosten. Die jährliche Miete betrage 30 000 Euro. Hinzu kämen die Einrichtungskosten in Höhe von 16 000 Euro.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7260027?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
RIN als Peter Pan in der Halle Münsterland
„Nimmerland“-Tour: RIN als Peter Pan in der Halle Münsterland
Nachrichten-Ticker