Zehntes Rudelsingen
Party-Hymnen und alte Klassiker

Telgte -

Von Paul McCartneys „Let it be“ bis zu „Tagen wie diesen“ der Toten Hosen reichte das musikalische Spektrum beim Rudelsingen im Bürgerhaus. Dabei hielt es niemanden auf den Sitzen.

Freitag, 06.03.2020, 12:15 Uhr aktualisiert: 08.03.2020, 10:44 Uhr
„Schön ist es, auf der Welt zu sein“: David Rauterberg und Philipp Ritter heizten dem Rudelsingen-Chor im Bürgerhaus gehörig ein.
„Schön ist es, auf der Welt zu sein“: David Rauterberg und Philipp Ritter heizten dem Rudelsingen-Chor im Bürgerhaus gehörig ein. Foto: Arndt Zinkant

Es gibt Lieder, die jeder kennt und bereits unter der Dusche geträllert hat. Warum also jene Evergreens nicht „richtig“ singen, gemeinsam mit Gleichgesinnten, aus Spaß an der Freude? Genau hier setzt das „Rudelsingen“ an, das nun zum zehnten Mal in Telgte stattfand.

Das Bürgerhaus war gut gefüllt. Dass die weiblichen Sangesfreundinnen in der Mehrzahl waren, verwunderte nicht – das ist meist auch bei Laienchören der Fall. Aber es mussten ja keine Bach-Choräle bewältigt werden, sondern „nur“ Song-Klassiker von Abba bis Beatles, von Rock bis Schlager. Und zwar im Stehen, denn sonst sei das Zwerchfell ungünstig eingeklemmt, wie „Rudel-Dirigent“ David Rauterberg erklärte. Der Initiator heizte mit Kollege Philipp Ritter am Klavier ordentlich ein.

Text auf der Leinwand

Rauterberg selbst griff hin und wieder in die Gitarren-Saiten. So etwa, wenn es galt, zünftiges „Country-Feeling“ in den Saal zu zaubern: „Country roads, take me home!“ Der John-Denver-Hit von 1971 wurde recht flott dahergeschrammelt, obwohl er mindestens genauso viel hymnisches Potenzial in sich getragen hätte wie die allseits beliebte Party-Hymne „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Aber dem Saal machte alles Spaß, was Rauterberg und Ritter ausgesucht hatten. Der Text wurde wie beim Karaoke auf die Leinwand gebracht.

Apropos „Tote Hosen“: zunächst, so teilte Klavier-Matador Philipp Ritter mit, habe man erwogen, deren Lied „Altes Fieber“ auszuwählen – als passenden Begleit-Song zum Coronavirus sozusagen. Das Virus hüpfte anfangs frech durch die Moderationen. „Man weiß ja nicht, wie lange wir noch rausdürfen!“, witzelte David Rauterberg. Umso erfreulicher sei es, dass so viele ins Bürgerhaus gefunden hätten – für drei Gesangsteile, unterbrochen von zwei Pausen.

Bewegungen verordnet

Die waren auch nötig, zumal dem ganzen Saal-Chor immer wieder körperliche Aktivitäten verordnet wurden, etwa die hochschnellenden Arme bei jedem Tier, das durch ein Lied geisterte. „Schön ist es, auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein“, hieß es einst bei Roy Black und Anita Hegerland.

Das machte Laune. Aber die schönsten Rudel-Momente waren die träumerischen, wehmütigen und hymnischen, wie jenes berühmte „Let it be“ von Paul McCartney. Und Witz und Wehmut wurden eins bei dem Cat-Stevens-Cover der „Missfits“ im schönsten Ruhrpott-Deutsch: „Wennze weiß, watte wills, musse machen, datte hinkomms.“

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