Kunst und Fotografie zur Passionszeit im Museum Religio
Von Leid und Leidenschaft

Telgte -

Unter dem Titel „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie“ haben Ursula Mindermann und Kunstkurse des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums im Museum Religio eine Sonderausstellung zur Passionszeit zusammengestellt.

Sonntag, 15.03.2020, 14:35 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 15:18 Uhr
Eröffneten die Ausstellung „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie zur Passionszeit“: (v.l.) Ursula Mindermann, Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, Kunstlehrerin Lisa Terhürne, Schülerin Sophie Gerkmann und Kunstlehrerin Angelika Ulrich.
Eröffneten die Ausstellung „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie zur Passionszeit“: (v.l.) Ursula Mindermann, Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, Kunstlehrerin Lisa Terhürne, Schülerin Sophie Gerkmann und Kunstlehrerin Angelika Ulrich. Foto: Bernd Pohlkamp

Eine gelungene Mischung aus Fotokunst und Kunst präsentierte Museumsleiter Dr. Anja Schöne zur Ausstellungseröffnung am Freitagabend im Museum Religio: Unter dem Titel „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie“ haben Ursula Mindermann und die Kunstkurse des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums eine Sonderausstellung zusammengestellt.

Die Idee für die diesjährige Passionszeit war es, anknüpfend an Telgter Passionsdarstellungen (Pietà und Hungertuch) dieses Thema im Kunstunterricht am Gymnasium weiterzuentwickeln. So wurden Leidenschaften und heutiges Leid (lateinisch: passio) künstlerisch umgesetzt. Entstanden ist daraus ein klassenübergreifendes Projekt der Sekundarstufe I und II des Gymnasiums. Hinzu kam eine Auswahl von Bildern, die die Augenoptikermeisterin Ursula Mindermann während ihrer Besuche in Israel und Palästina fotografiert hatte.

Museumsleiterin Dr. Anja Schöne freute sich darüber, dass sie mit dem Telgter Gymnasium eine Premiere feiern konnte: „Dieses Museum hat auch für den Kunstunterricht viel zu bieten, von unterschiedlichen Epochen über verschiedene Kunsttechniken bis zu Themen – wie Passion – die in ihrer Bedeutung in und für die heutige Zeit künstlerisch umgesetzt werden können.“ Als besonders spannend bezeichnete die Museumsleiterin die Verbindung der Werke der Schülerinnen und Schüler mit den Fotografien von Ursula Mindermann.

Die zweiteilige Ausstellung bietet Raum für kontroverse Diskussionen und kritisches Hinterfragen. Sie regt an zu Nachdenklichkeit und Besinnung.

Die jüngeren Schüler zeigten ihre Kreativität und spiegelten Passion mit ihrer Leidenschaft wider. Die älteren Schüler setzten sich mit der Doppeldeutigkeit von Passion als Leidenschaft auseinander, die in ihrer Auslebung auch Leiden (passio) verursachen kann. Dabei stellten sie die Auswirkungen von extremen Leidenschaften – wie Spiel- oder Computersucht und Alkoholismus – überzeugend dar.

Beraten und begleitet wurden die Gymnasiasten von ihren Kunstlehrerinnen Anja Kreysing, Angelika Ulrich und Lisa Terhürne. Mit den Darstellungen, die sich mit Krieg und Frieden, mit Armut und Reichtum befassen, gelang ein nahtloser Übergang zu den Werken von Ursula Mindermann.

Ursula Mindermann hat Israel und Palästina seit 1983 mehr als 20 Mal bereist. Ihre Motivation als Fotografin sind „die Menschen, deren Alltag und die Schönheit dieses Landes, die Folgen der Besatzung für das Land und die Willkür in diesem besonderen Land zu verstehen, in Bildern festzuhalten und zu dokumentieren“. Das ist ihr in beeindruckender Weise gelungen. Ihre Fotos zeigen Orte der Lebens- und Leidensgeschichte Jesu. Orte, die durch einen christlichen religiösen Tourismus geprägt sind. Sie zeigen jedoch auch die Zerrissenheit des Landes und geben Anlass zu Nachdenklichkeit und Betroffenheit.

  • Wegen der Corona-Pandemie muss das Museum Religio allerdings bis zum Ende der Osterferien geschlossen werden, so dass die Ausstellung nicht zugänglich ist.
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7328120?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Nachrichten-Ticker