Religio: Beiträge von Telgter Gymnasiasten und von Ursula Mindermann
Ausstellung virtuell verfolgen

Telgte -

Die Ausstellung „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie“ war nur zwei Tage lang öffentlich zu sehen. Dann musste das Museum Religio wegen des Corona-Virus schließen. Nun können die Werke aber virtuell auf der Homepage des Museums angeschaut werden.

Dienstag, 24.03.2020, 19:40 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 10:02 Uhr
Museumsleiterin Dr. Anja Schöne (r.) freute sich bei der Eröffnung am 13. März gemeinsam mit Ursula Mindermann über eine gelungene Ausstellung.
Museumsleiterin Dr. Anja Schöne (r.) freute sich bei der Eröffnung am 13. März gemeinsam mit Ursula Mindermann über eine gelungene Ausstellung. Foto: Bernd Pohlkamp

Nur zwei Tage war die Ausstellung „Leiden und Leidenschaft – Kunst und Fotografie“ öffentlich zu besichtigen, dann musste das Museum Religio zur Eindämmung des Corona-Virus geschlossen werden. Schnell gab es die Idee einer virtuellen Ausstellung, so dass doch noch alle beteiligten Schüler wie auch die an den sehenswerten Fotos von Ursula Mindermann Interessierten die Werke sehen könnten. Nun sind die Bilder und Fotos auf der Homepage des Museums unter dem Link https://museum-telgte.de/ 2020/03/23/virtuelle-ausstellung/virtuell zu verfolgen.

Wer auf einzelne Kunstwerke klickt, bekommt das Werk zusammen mit der Informationstafel zu sehen, manchmal gibt es noch Detailaufnahmen. „Ich bin sehr dankbar, dass Jonas Surel , der selbst an der Ausstellung beteiligt ist, die virtuelle Version realisiert hat“, erklärt Museumsleiterin Dr. Anja Schöne.

Die Idee für die diesjährige Passionszeit war es, einen Impuls mit Kunstbeiträgen aus Telgte zu geben. Entstanden ist daraus ein klassenübergreifendes Projekt des Maria-Sibylla-Merian-Gymnasiums. Hinzu kamen Überlegungen, eine Auswahl von Bildern zu zeigen, die die Telgter Fotografin Ursula Mindermann während ihrer Besuche in Israel und Palästina gemacht hat.

Entstanden ist eine zweiteilige Ausstellung, die ein besonderer Impuls für die Passionszeit ist. Sie bietet Raum für kontroverse Diskussionen und kritisches Hinterfragen, sie regt an zu Nachdenklichkeit und Besinnung.

Die jüngeren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums haben sich mit ihren Passionen in Form von Leidenschaften und Hobbys befasst. Die älteren Jahrgänge haben sich intensiv und überzeugend mit der Doppeldeutigkeit von Passion als Leidenschaft, die in ihrer Auslebung auch Leiden – passio – verursachen kann, auseinandergesetzt. Dabei haben sie die Auswirkungen von extremen Leidenschaften wie Spiel- oder Computersucht und Alkoholismus überzeugend dargestellt. 
In der subtilen Deutung von Machtausübung, die zu Sexismus, Kindesmissbrauch oder Social-Media-Mobbing führen kann, sind beeindruckende Arbeiten entstanden, heißt es in dem Bericht des Museums. Mit den Darstellungen, die sich mit Krieg und Frieden, mit Armut und Reichtum befassen, gelingt ein nahtloser Übergang zu den Werken von Ursula Mindermann.

Ursula Mindermann hat Israel und Palästina seit 1983 mehr als 20 Mal bereist. Ihre Motivation als Fotografin ist, „die Menschen, deren Alltag und die Schönheit dieses Landes, die Folgen der Besatzung für das Land und die Willkür in diesem besonderen Land zu verstehen, festzuhalten und zu dokumentieren“. Dies gelinge ihr in beeindruckender Weise, schreibt das Museum.

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