Erntehelfer dürfen nicht einreisen
Jetzt müssen Familie und Freunde ran

Telgte -

Die rumänische Erntehelfer haben es nicht geschafft, rechtzeitig zur Spargelernte nach Telgte zu kommen. Jetzt müssen Familie, Freunde, Bekannte und Studenten auf dem Hof lütke Zutelgte ran. Martin Breuer hofft, dass die Saisonarbeiter vielleicht in 14 Tagen einreisen dürfen.

Donnerstag, 26.03.2020, 14:48 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 18:37 Uhr
Martin Breuer hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Spargel doch noch ernten zu können.
Martin Breuer hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den Spargel doch noch ernten zu können. Foto: Stefan Flockert

Martin Breuer vom Spargel- und Erdbeerhof lütke Zutelgte hatte es schon befürchtet, dass ihm zum Beginn der Spargelsaison die Erntehelfer fehlen würden. Nachdem die Bundesregierung nun ein Einreiseverbot für die Arbeitskräfte aus Osteuropa erlassen hat, muss er sich etwas Neues einfallen lassen, will er die diesjährige Ernte nicht verlieren.

Bis zuletzt hatte er gehofft, die an den Grenzen festsitzenden Erntehelfer und Saisonkräfte doch noch nach Deutschland holen zu können. Flüge für den kommenden Montag waren bereits gebucht. Doch diese können die Rumänen nun nicht antreten.

Am Wochenende sollen jetzt neben vier bereits seit längerem in Deutschland weilenden Rumänen zunächst Familie, Freunde und Bekannte mit anpacken. Ab Montag stehen acht oder neun Helfer – zum Teil Studenten – zur Verfügung. Ralf Große Dankbar von der Landwirtschaftskammer NRW wird sie zunächst in die Kunst des Spargelstechens einführen.

Doch auch diese Lösung kann nicht von Dauer sein. Martin Breuer hofft, dass die Einreisebeschränkungen vielleicht in 14 Tagen aufgehoben werden. Dann könnten zumindest die „späten Felder“ von den ausländischen Helfern abgeerntet werden. „Wir kämpfen weiter“, verspricht er.

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

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  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

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  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
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