Telgter Austauschschüler berichten aus der Partnerstadt Tomball/Texas
Mehr auf die Familie fixiert

Telgte/Tomball -

Von ihrem Alltag in den USA in Zeiten von Corona berichten drei Telgter Austauschschülerinnen.

Dienstag, 31.03.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 08:08 Uhr
Die Bilder, einige entstanden vor der Corona-Krise, geben einen kleinen Einblick in das Leben der Telgter Gastschüler.
Die Bilder, einige entstanden vor der Corona-Krise, geben einen kleinen Einblick in das Leben der Telgter Gastschüler. Foto: privat

Eigentlich war kurz nach Ostern eine große Feier geplant, denn die Städtepartnerschaft zwischen Telgte und Tomball/Texas besteht seit genau zwei Jahrzehnten. Nicht nur Bürgermeister Wolfgang Pieper hatte einen Flug gebucht, sondern beispielsweise auch Stefan Bruns , Vorsitzender des Partnerschaftsvereins, sowie weitere Vereinsmitglieder und die Eltern von drei Jugendlichen aus Telgte, die derzeit für ein Jahr in der Partnerstadt als Austauschschüler zu Gast sind. „Leider mussten wir alle weiteren Planungen auf beiden Seiten stoppen. Ob und wenn ja wann die Feier nachgeholt wird, steht derzeit noch nicht fest“, sagt Bruns.

Ungewöhnlich ist die Situation auch für die drei Austauschschüler. Statt in der High School zu sitzen und den Unterricht dort zu verfolgen, büffeln sie derzeit ausschließlich am Computer. „Für manche Fächer ist das schon schwierig, etwa für die Band oder den Chor“, erzählt Dorit Hilmer . Aber ausfallen lassen könne man diese Bereiche auch schlecht, da man sich trotz der momentanen Situation etwa auf weitere geplante Wettbewerbe oder Auftritte vorbereiten müsse.

Auch in Tomball ist Toilettenpapier eine heiß begehrte Ware. „Das ist in den Supermärkten meist ausverkauft“, sagt Hilmer. Die Familie von Maya Wigger hat Einschränkungen anscheinend schon vorhergesehen. „Wir haben schon im Januar angefangen, unsere Einkäufe aufzustocken“, erzählt die Telgterin. Ihr Gastvater habe zudem klare Regeln aufgestellt. Etwa, dass Spaziergänge mit dem Hund nicht mehr alleine erlaubt seien. Zudem sei der Kontakt zu Freunden und Verwandten ausschließlich aufs Handy oder Internet verlegt worden. „Mittlerweile sitzen wir eigentlich fast nur noch in unseren Zimmern, nehmen online am Unterricht teil und versuchen, nicht zu viel aufeinander zu sitzen“, erzählt Maya Wigger.

Eine klare Tagesstruktur hat auch die Gastmutter von Ida Große Hüttmann für die Familie ausgearbeitet, um Abwechslung zu garantieren. Dazu gehören beispielsweise Online-Yogastunden, um sich trotz der wenigen Bewegung fit zu halten. Zudem stehen Gesellschaftsspiele und andere gemeinsame Aktionen auf dem Programm. „Darüber hinaus lernen meine drei Gastgeschwister und ich regelmäßig für die Schule“, erzählt die 15-Jährige. Währenddessen würde ihr Gastvater im Home Office arbeiten. Ein Renner in der Familie sind zudem derzeit die Haustiere. Die bekommen deutlich mehr Streicheleinheiten als sonst.

Schade finden alle drei Austauschschüler, dass ihre Eltern nicht in den Osterferien nach Tomball kommen können. Ihre eigene Situation nehmen sie indes gelassen. Die Austauschorganisation hat den Teilnehmer des Programms freigestellt, ob sie in den USA bleiben möchten oder nicht. Nach Rücksprache mit der Koordinatorin in Tomball, Kit Pfeiffer, sowie den Gastfamilien haben sich alle entschieden, den Austausch fortzusetzen.

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