CDU-Antrag zur Öffnung des Bauwerkes für Radfahrer und Fußgänger diskutiert
Kritik an Dauersperrung der Unglücksbrücke

Westbevern -

Die Brücke über die Bahn in Vadrup, von der ein Betonteil auf die Gleise stürzte, ist von der Bundespolizei weiter gesperrt worden – aus Gründen der Beweissicherung.

Samstag, 27.06.2020, 12:07 Uhr aktualisiert: 28.06.2020, 15:16 Uhr
Die Brücke über die Bahn in Vadrup, von der ein Betonteil auf die Gleise stürzte, ist von der Bundespolizei weiter gesperrt worden – aus Gründen der Beweissicherung.
Die Brücke über die Bahn in Vadrup, von der ein Betonteil auf die Gleise stürzte, ist von der Bundespolizei weiter gesperrt worden – aus Gründen der Beweissicherung. Foto: Andreas Große Hüttmann

Kopfschütteln gab es auch bei einer anderen Brücke, diesmal allerdings aus den Reihen der Politik: Dietmar Große Vogelsang ( CDU ), Mitglied des Rates aus Westbevern und selbst Anlieger der gesperrten Bahnbrücke in Vadrup, äußerte Unverständnis darüber, dass die Bundespolizei das Bauwerk aus Gründen der Beweissicherung schon über einen längeren Zeitraum komplett gesperrt habe und keine weiteren Maßnahmen zulasse. „Die auf die Schienen gefallenen Teile konnten in kurzer Zeit entfernt werden, das eigentlich Bauwerk aber bleibt gesperrt? Da kommt schon ein Gefühl der Ungleichbehandlung auf“, sagte er.

Hintergrund dieser Äußerungen war ein Antrag der Christdemokraten, die Brücke – natürlich unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen – schnellstmöglich wieder für Radfahrer und Fußgänger freizugeben. Denn das Bauwerk sei eine wichtige Verbindung etwa zwischen dem Wiewelhook und Vadrup. Zudem, so Große Vogelsang, seien die Bahnunterführung in Vadrup sowie die andere Bahnbrücke im Bereich Voßhaar beide nicht für Radfahrer baulich geeignet, also keine wirklichen Alternativen, monierte er.

Bürgermeister Wolfgang Pieper betonte, dass der Stadt derzeit die Hände gebunden seien. Auf Anordnung der Bundespolizei sei die Brücke aus Gründen der Beweissicherung weiterhin gesperrt, denn die Unterlagen des Unglücks lägen derzeit bei der Staatsanwaltschaft zu einer eingehenden Überprüfung. Erst wenn von dort grünes Licht komme, dürften überhaupt erste Maßnahmen ergriffen werden.

Gleichwohl habe die Stadtverwaltung bereits ein Ingenieurbüro mit der Planung einer Sanierung beauftragt. Sämtliche Arbeiten an der Fahrbahn dürfen nach Angaben der Verwaltung aber nur in sogenannten Betriebspausen der Bahn durchgeführt werden. Ein solches Zeitfenster benötige einen Vorlauf von 30 bis 35 Wochen. „Von daher macht es aus unserer Sicht wenig Sinn, ein solches Zeitfenster zu nutzen, um ein Provisorium umzusetzen, sondern nach Möglichkeit sollte man dann gleich die eigentliche Sanierung umsetzen“, sagte der Bürgermeister. Seines Wissens sei das Fachbüro zudem in Gesprächen mit der Bahn, ob möglicherweise eine Streckensperrung für Arbeiten in einem anderen Teilbereich des Abschnitts zwischen Osnabrück und Münster für die Tätigkeiten an der Brücke in Vadrup genutzt werden könnte. Alle Fragen würden derzeit mit der Bahn geklärt.

Geplant ist (die WN berichteten bereits), das herabgefallene Beton-Geländerteil durch ein neues Fertigteil zu ersetzen. Dieses soll mit Edelstahlankern befestigt werden, um Korrosion zu verhindern. Zudem, so hatte Pieper vor einigen Tagen angekündigt, werde das neue Bauteil leichter ausgeführt und von der Konstruktion verändert sein.

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