Sanierung der Dreifachhalle: Politik soll am 20. August umfassend informiert werden
Mehrkosten erneut Diskussionspunkt

Telgte -

Da gibt es noch einiges zu klären. Denn das Kopfschütteln und das Unverständnis unter den Kommunalpolitikern in Telgte ist weiter groß, wenn es um die immensen Kostensteigerungen im Rahmen der Sanierung der Dreifachturnhalle geht. Bürgermeister Wolfgang Pieper kündigte „klärende Gespräche“ mit dem Leiter des Kreis-Bauamtes und dem zuständigen Dezernenten an.

Montag, 29.06.2020, 07:04 Uhr
Am 20. August soll die Politik Rechenschaft darüber bekommen, warum die Sanierung der Dreifachhalle mehr als eine Million Euro teurer wird, als ursprünglich veranschlagt.
Am 20. August soll die Politik Rechenschaft darüber bekommen, warum die Sanierung der Dreifachhalle mehr als eine Million Euro teurer wird, als ursprünglich veranschlagt.

Das Unverständnis über die erheblichen Kostensteigerungen bei der Sanierung der Dreifachturnhalle ist weiter groß. Nachdem das Thema bereits im Hauptausschuss verbal hohe Wellen geschlagen hatte, wurde auch im Rat eingehend diskutiert, und der eine oder andere Vorwurf in Richtung Stadtverwaltung sowie Planer aber auch an den Kreis kam auf. Denn wie bereits berichtet, wird die Maßnahme rund eine Million Euro mehr kosten, als noch zu Beginn der Planungsphase veranschlagt. Ausschlaggebend für die Mehrkosten sind größtenteils Brandschutzauflagen durch den Kreis Warendorf.

Von Letzterem will Bürgermeister Wolfgang Pieper nun Rechenschaft darüber, warum es rund zehn Monate vom Einreichen der Unterlagen bis zur Baugenehmigung gedauert habe. Nach Aussagen der Verwaltung hätten erst mit der Erteilung der Genehmigung etliche Kosten für Brandschutzauflagen festgestanden, die in der ursprünglichen Kalkulation – die der Politik seinerzeit vorgelegen habe – nicht veranschlagt gewesen seien. Und auch danach seien noch weitere Kosten und Auflagen hinzugekommen.

Pieper kündigte an, dass es ein „klärendes Gespräch“ nicht nur mit dem Leiter des Kreis-Bauamtes, sondern auch mit dem zuständigen Dezernenten geben werde. Dabei soll unter anderem über die lange Genehmigungszeit gesprochen werden, die aus Sicht der Verwaltung ein Unding sei. Die Politik, so der Bürgermeister, soll in der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 20. August umfassend über die erheblichen Kostensteigerungen aufgeklärt werden. Dann sollen auch der Planer und andere Fachleute eingeladen werden, um die genauen Hintergründe und Abläufe zu erläutern. Erneut warnte der Bürgermeister von einer Vorverurteilung, wie bereits im Hauptausschuss geschehen, sondern bat darum, die Fakten abzuwarten.

Kopfschütteln über so immense Kostensteigerungen gab es nicht nur bei Klaus Resnischek (SPD), sondern auch bei Karin Horstmann ( FDP ). Sie hatte im Rathaus Einsicht in die Planungsunterlagen genommen und sagte daraufhin: „Das Thema Brandschutz wurde erst zu dem Zeitpunkt bedeutsam, als der Kreis erkannte, in welchem Umfang die Sanierungsmaßnahmen angelegt waren. Die Stadt hatte ursprünglich geglaubt, nur mit einer Baugenehmigung für den kleinen Anbau an der Halle hinzukommen. Jetzt forderte der Kreis eine Baugenehmigung über alles.“

Am Ende des Tages bleibt es trotz aller Umbauten eine alte Halle.

Dr. Oliver Niedostadek

Mehr als nur Zähneknirschen und Unverständnis war auch den Aussagen ihres Fraktionskollegen Dr. Oliver Niedostadek zu entnehmen. „Am Ende des Tages bleibt es trotz aller Umbauten eine alte Halle“, sagte er unter anderem. Die FDP will am 20. August unter anderem wissen, ob die Stadt vor der Auftragsvergabe Vorgespräche mit der Bauaufsichtsbehörde des Kreises und der Brandschutzdienststelle über den Umfang der Arbeiten geführt hat? Solche Gespräche seien absolut üblich und notwendig, damit es nicht im Laufe des Genehmigungsverfahrens zu solchen Verwerfungen komme.

Christoph Boge (CDU) äußerte sich ebenfalls sehr kritisch, sah aber der Politik ein wenig die Hände gebunden. „Welche Wahl bleibt uns denn überhaupt in einem laufenden Sanierungsverfahren?“, fragte er. Auch er drängte auf rückhaltlose Aufklärung und machte die Zustimmung seiner Fraktion zu der neuerlichen Mehrausgabe davon abhängig, dass die „rechtliche Grundlage für diese Mehrkosten im Detail“ nachgewiesen werde.

Die neuerlichen Mehrkosten sind übrigens nicht die letzten, das wurde in der Sitzung ebenfalls klar: Wegen der direkt an die Dreifachhalle angebauten Zweifachhalle ist im kommenden Jahr eine weitere Brandschutzmaßnahme notwendig, das ging aus den Unterlagen der Verwaltung hervor. Dann muss im Bereich der Schnittstelle zwischen beiden Hallen eine zusätzliche Brandschutzmauer errichtet werden. Geschätzte Kosten dafür derzeit: rund 200.000 Euro. . .

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