Telgte kämpft gegen den Eichenprozessionsspinner an
Kontinuierlicher Einsatz: 35 000 Euro stehen bereit

Telgte -

Eine Spezialfirma kämpft im Auftrag der Verwaltung gegen die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners an, dessen feine Härchen immer wieder zu unangenehmen Hautreaktionen bei den Bürgern führen. Nur fünf Prozent des gesamten Befalls aber, so berichtete es Fachbereichsleiter Christian Korte, könne man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.

Dienstag, 14.07.2020, 18:53 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 15:53 Uhr
Die Nester des Eichenprozessionsspinners werden entfernt. Vielerorts sind Spezialisten im Einsatz, die die kleinen Raupen absaugen.
Die Nester des Eichenprozessionsspinners werden entfernt. Vielerorts sind Spezialisten im Einsatz, die die kleinen Raupen absaugen. Foto: Stadt Greven

Norbert Wichmann aus Lengerich hat es am eigenen Leib erfahren. Nach einer Fahrradtour über Ladbergen, Ostbevern und Westbevern nach Telgte hatten er und seine Frau am Ende an vielen Stellen Pusteln von den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner. „Die Städte und Gemeinden müssen mehr tun, als sich nur um Schulen und Kindergärten zu kümmern und im Umland lediglich ein paar Hinweisschilder aufzuhängen“, hat der Lengericher eine klare Meinung. Er mahnt ein frühzeitiges und vor allem systematisches Reagieren auf die Gefahr durch die kleinen Tierchen an. Denn: „Wenn jetzt nicht reagiert wird und der nächste Winter auch wieder so mild ausfällt, dann wird die Plage noch größer, und bald kann sie keiner mehr beherrschen“, schreibt er nach seiner Fahrradtour in einer Mail an die Redaktion.

Dass die Situation ähnlich schlimm wie im vergangenen Jahr ist, das sagte Baubereichsleiter Christian Korte vor Kommunalpolitikern. Denn die CDU wollte wissen, wie der aktuelle Stand ist und wie die Verwaltung reagiert. Wesentliche Punkte im Bekämpfungskonzept, so Korte, seien einerseits Nistkastenaktionen, um die Zahl der natürlichen Feinde der kleinen Raupen zu erhöhen, andererseits sei bereits vor Wochen an besonders sensiblen Standorten ein Biozid versprüht worden. Aktuell arbeite ein Fachunternehmen fast ausschließlich für die Stadt und entferne die Nester an zahlreichen Stellen im gesamten Stadtgebiet. Dabei habe sich das sogenannte Einharzen als besonders erfolgreich erwiesen.

Nur rund fünf Prozent des gesamten Befalls, so der Fachbereichsleiter, könnten derzeit aber mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Methoden bekämpft werden. Um zumindest an wichtigen Standorten und stark frequentierten Stellen fundiert eingreifen zu können, habe die Stadt bereits im vergangenen Jahr eine Kategorisierung vorgenommen. Beispielsweise Schulen, Kindergärten und Spielplätze haben dabei die höchste Priorität und werden vordringlich behandelt.

Für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner stehen im städtischen Haushalt 35 000 Euro zur Verfügung. Rund zwei Drittel davon seien bereits verbraucht, so Korte. Er gehe zudem davon aus, dass auch die restlichen Gelder zwingend eingesetzt werden müssten, um die Plage weiter kontinuierlich zu bekämpfen.

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