„Näh-Rausch“ erbringt 10 400 Euro
Selbst der Propst ist sprachlos

Telgte -

Mehr als 2000 Mund-Nasen-Schutze sind in der Masken-Nähwerkstatt St. Marien entstanden. 10 400 Euro kamen dadurch zusammen. Das Geld wurde nun an sechs Einrichtungen und Vereine gespendet, die sich – gerade auch zu Corona-Zeiten – um Menschen in Not kümmern.

Donnerstag, 23.07.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 29.07.2020, 14:44 Uhr
Im Garten der Propstei überreichten Vertreter der Masken-Nähwerkstatt St. Marien 10 400 Euro an insgesamt sieben verschiedene Vereine und Einrichtungen.
Im Garten der Propstei überreichten Vertreter der Masken-Nähwerkstatt St. Marien 10 400 Euro an insgesamt sieben verschiedene Vereine und Einrichtungen. Foto: Andreas Große Hüttmann

Als Birgit Strohbücker und Margret Unnewehr zu Beginn der Corona-Pandemie Propst Dr. Michael Langenfeld von der Idee ihrer Masken-Nähwerkstatt St. Marien erzählten, hielt er das für eine „nette kleine Aktion von Gemeindemitgliedern“. Beim Kassensturz vor wenigen Tagen hielt der Geistliche dann aber den Atem an: Denn genau 10 400 Euro kamen im Rahmen der „netten kleinen Aktion“ durch den ehrenamtlich genähten Mund-Nasen-Schutz zusammen. Jetzt wurde das Geld im Garten der Propstei an insgesamt sieben Einrichtungen und Vereine gespendet, die sich um Menschen in Not, vor allem in der Corona-Zeit, kümmern.

Über 2000 Masken nähten die insgesamt 23 Ehrenamtlichen, die über die Apotheke am Kirchpark in den freien Verkauf kamen, weitere 200 wurden an die Klinik Maria Frieden gespendet. Der Ansturm war zwischenzeitlich so groß, dass ein Hunderter-Bündel der selbst genähten Mund-Nase-Schutz-Varianten in der Apotheke innerhalb weniger Stunden ausverkauft war. „Ohne die Unterstützung dort hätten wir das alles nicht realisieren können“, dankt Margret Unnewehr.

Doch zahlreiche Telgter unterstützten die Aktion nicht nur durch den Kauf von Masken, sondern auch mit Hilfe von Stoffspenden. Die konnten in der Kirche abgegeben werden. Und noch immer ist Birgit Strohbücker stolz darauf, dass sämtliche Näharbeiten lediglich aus Stoffresten durch Spenden möglich waren. „Wir waren zwischendurch regelrecht in einem Näh-Rausch“, erzählt die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes. Teilweise seien die Maschinen morgens angestellt und erst spät abends wieder beiseite geräumt worden.

Durchschnittlich eine Viertelstunde sei nach einiger Einarbeitungszeit notwendig gewesen, um einen Schutz zu nähen. „Zum Schluss konnte ich dann aber irgendwann keine Masken mehr sehen“, war nicht nur Margret Unnewehr froh, als der Run auf die selbst genähten Produkte nach einigen Wochen abflaute. Doch die gute Sache sei stets der Motor des Tuns der 23 Ehrenamtlichen gewesen.

„Wir wollten den Blick nicht nur auf die Not vor Ort lenken, sondern haben ganz bewusst auch andere Länder und Menschen mit in den Blick genommen“, sagte der Geistliche beim Überreichen der Spenden. Der Freundeskreis Zentralamerika sowie die Tansania-Initiativgruppe, beide haben Wurzeln in der Kirchengemeinde, bekommen jeweils 2000 Euro. Beide Gruppen wissen durch ihre intensiven Kontakte in beide Länder, dass dort Hilfe dringend notwendig ist.

Weitere 2000 Euro kommen der sogenannten Pfarrcaritas zugute. Mit dem Geld werden beispielsweise Essensgutscheine für Bedürftige bezahlt. Über 1000 Euro können sich die Kinder im „Lüttenland“ an der Georg-Muche-Straße freuen. Die Kindertageseinrichtung wird ebenfalls unterstützt. Weitere 1000 Euro gehen an die Lepragruppe der Kirchengemeinde. Die größte Summe, genau 2200 Euro, kommen in den Topf der Alleinerziehenden- und Familien-Hilfe der Kirchengemeinde. Dabei handelt es sich um einen Fonds, aus dem in Notfällen unbürokratisch geholfen werden kann.

Über 200 Euro konnte sich zudem der Telgter Teiler freuen. Diese Summe wurde von der Vereinigten Volksbank innerhalb einer Aktion noch einmal verdoppelt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7512004?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F
Nachrichten-Ticker